Plötzlich und unerwartet verabschiedete sich im Dezember letzten Jahres der Anbieter meines früheren Kommentar­systems (Haloscan) aus der schönen Welt der Gratis-Dienste. Zwischen­zeitlich hat sich ein gar fleißiger Elf ans Werk gemacht. Und nun geht eine neue, zur Gänze unkom­merzielle Kommentar­funktion an den Start. Vielen Dank, Andreas!

Autor: 2beers   
Thema:  Persönlich
Veröffentlicht: 15.06.2010, 13:13 Uhr

Dienstag, 8.Juni 2010

Google - Das Biest

Im Mai diesen Jahres geriet Google mit seiner WLAN-Fledderei in die Schlagzeilen. Im Rahmen des umstrittenen Projektes Google Street View kartierte das Unternehmen nebenher private Drahtlos-Netzwerke inklusive Gerätekennung (MAC-Adresse), Netzwerkname (SSID) und Verschlüsselungs­methode. Wozu, das wird auch nach mehreren Erklärungs­versuchen nicht ganz plausibel. Doch dies war noch lange nicht alles. Seit 2007 hörte Google - eigenen Angaben zufolge aus Versehen(!) - auch noch den Datenverkehr unver­schlüs­selter Netzwerke ab und schnitt die so empfangenen Informationen samt E-Mail-Inhalten, aufgerufenen Web­seiten und Passwörtern mit.

Nach hartnäckigen Bemühungen, die Schnüffelei abzustreiten, räumte Google nun seinen Fehler reumütig ein und kündigte laut der französischen Nachrichten­agentur AFP am vergangenen Freitag an, die ausgespähten Daten den EU-Behörden zu übergeben. Sollte AFP hier nicht einfach unre­cherchiert und falsch aus der Financial Times abgeschrieben haben, würde es sich im Grunde um jene Institu­tionen handeln, die - gerne auch gegen das EU-Parlament - versu­chen, mit zwangsverordneter Vorrats­daten­speicherung, geplanten Inter­netsperren, geheimen ACTA-Verhandlungen, skandalösen SWIFT-Abkommen usw. die Bevölkerung zu hintergehen, um peu à peu einen Polizeistaat ohne Gewaltenteilung und vor allem ohne Privat­sphäre aufzurichten. Was für ein Coup! Der Datenkrake händigte dann einen Teil seiner Beute in einer großmütigen Geste dem schwarzen Loch der Bürgerrechte aus. Bestimmt verwahren die jeweiligen Daten­schutz­beauftragten alle erhaltenen Festplatten in ihrem häuslichen Safe.

Da können wir jetzt also ganz beruhigt sein.

Wo wir gerade beim Thema Google sind: Wer sich solider Englisch-Kenntnisse erfreut, der sollte das folgende Video mit dem Titel "The Beast File: Google" nicht verpassen. Hier werden die ganz offiziellen Ambitionen des Google-Konzerns in weniger als drei Minuten mit animierten Grafi­ken sehr schön veranschaulicht.

Zum Ansehen des hier hinterlegten Filmchens bedarf es eines aktuellen Flash-Plugins.

Ein Kurzfilm von Elmo Keep and Jon Casimir aus der australischen ABC-Fernsehserie "Hungry Beast" vom 3. März 2010. Grafiken von Patrick Clair.

Autor: 2beers   
Thema:  Internet, Politik
Veröffentlicht: 08.06.2010, 15:30 Uhr

Über die genetische Manipulation von Pflanzen (euphemistisch "Grüne Gentechnik" getauft) wird in unseren deutschen Mainstream-Medien so gut wie nie die Wahrheit berichtet, die volle Wahrheit überhaupt nicht. Selbst viele vorgebliche Kritiker kommen aus Angst vor Monsanto, Bayer, Syngenta, BASF, Dow und DuPont nicht über die nebulös verlogene Floskel der "unbekannten Risiken" hinaus. Deshalb setzen sich die Agrokonzerne in der Öffentlichkeit mit ihren unverschämten Desinformationen durch. Hier die Hitparade der fünf dreistesten Falschaussagen:

Lüge 5: Gentechnisch veränderte Pflanzen steigern die landwirtschaftlichen Erträge. Die Wahrheit ist: Beim Anbau von Genpflanzen sinken die durchschnittlichen Erträge, und zwar teilweise um bis zu 10 Prozent.

Lüge 4: Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen schont die Umwelt, da z.B. weniger giftige Pflanzen­schutzmittel eingesetzt werden müssen. Die Wahrheit ist: Beim Anbau genmanipulierter Pflanzen kommen im Durchschnitt mehr "Pflanzenschutz­mittel" zum Einsatz. Und die eingesetzten Schädlings­bekämpfungs­mittel sind obendrein vielfach auch noch giftiger als konventionelle Pestizide. Viele Genpflanzen produzieren permanent eigene Insektizide, deren Wirkung kaum erforscht ist. Studien belegen außerdem, dass die Artenvielfalt in Genfeldern vor allem unter Insekten drastisch abnimmt. Gen­pflanzen und darauf abgestimmte Gifte sind offenbar auch am Bienensterben beteiligt. Das ist äußerst bedenklich, da weit mehr als die Hälfte aller Pflanzen von Honigbienen befruchtet wird. Ohne Bienen büßen wir also voraussichtlich einen Großteil unserer Kultur- und Wildpflanzen ein, was früher oder später zu schweren Hungers­nöten führen dürfte.

Lüge 3: Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ist sicher. Die Wahrheit ist: Genpflanzen säen sich auch außerhalb der dafür vorgesehenen Flächen aus. Daneben befruchten die Pollen von Genpflanzen unweigerlich verwandte Wild- und Kulturpflanzen und breiten sich so unkontrolliert aus. In Ländern wie den USA oder Mexiko gibt es praktisch keinen unkontaminierten Mais mehr. Durch Bienen gelangen auch die Pollen von ausdrücklich nicht für den Verzehr zugelassenen Genpflanzen in den Honig. Die manipulierten Gene werden von Bodenbakterien aufgenommen und so wiederum unkontrolliert in Pflanzen und Tiere eingebracht. Etliche Genpflanzen sind antibiotika­resistent. Diese Resistenzen dürften sich auch auf problematische Krankheits­erreger übertragen und dafür sorgen, dass unsere ohnehin nur noch wenig wirksamen Antibiotika nach und nach vollends versagen. Werden Tiere mit Genpflanzen gefüttert, sind die manipulierten Gene der Futterpflanzen im Fleisch nachweisbar, bei Kühen auch in der Milch. Ein Anbaustopp macht diese komplexen Prozesse selbstverständlich nicht wieder rückgängig.

Lüge 2: Der Verzehr gentechnisch veränderter Pflanzen ist gesundheitlich unbedenklich. Die Wahrheit ist: Zahlreiche Studien offenbaren die enormen gesundheitlichen Gefahren, die genmanipulierte Pflanzen mit sich bringen. Genpflanzen verursachen u.a. Leber- und Nierenschäden, sie schädigen das Erbgut, erhöhen das Krebsrisiko, begünstigen schwere allergische Reaktionen und verringern die Fruchtbarkeit - zumindest bei Tieren. Daneben zeigen sich viele unspezifische Reaktionen wie Vergrößerungen der Milz, Schilddrüsen-Zysten, eine erhöhte Leukozytenzahl oder ein ge­schwächtes Immunsystem. All dies ist schon nach weniger als einem Jahr nachweisbar. Einige Effekte zeigen sich aber offenbar erst in den nachfolgenden Generationen. So blieben jene Hamster zunächst unauffällig, die im Rahmen einer 2010 veröffentlichten Studie der Russischen Akademie der Wissenschaften mit Gensoja gefüttert wurden. Erst ihre Nachkommen waren fast durchgängig unfruchtbar und etlichen Tieren wuchsen Haare im Maul. Bereits 2005 fiel am selben Institut auf, dass die Verfütterung von Gensoja an weibliche Ratten die Sterblichkeit ihres Nachwuchses um das fünffache steigerte. Im Allgemeinen werden Langzeit­folgen jedoch überhaupt nicht erforscht. Und beunruhigende Ergebnisse der Kurzzeit­studien halten die Hersteller gewöhnlich unter Verschluss.

Lüge 1: Gentechnisch veränderte Pflanzen könnten eine wichtige Rolle im Kampf gegen Hunger und Armut spielen. Die Wahrheit ist: Kulturpflanzen, die eine Minderung des Ertrags mit sich bringen, keine verwendbaren Samen hervorbringen, finanziell von skrupellosen Saatgut-Monopolen abhängig machen, Krankheiten begünstigen und überdies Artensterben verursachen, führen unmittelbar zu mehr Verzweiflung, Armut und Hunger. Da braucht man nur die indischen Baumwoll­bauern zu fragen.

Die Hintergründe

Wenn sich nun aber trotz der verharmlosenden und glorifizierenden Lügen­propaganda der Agrokonzerne 60 bis 80 Prozent der Bevöl­kerung gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen aussprechen und die Realität ein so vernichtendes Urteil über die "Grüne Gentechnik" fällt, weshalb wird sie dann dennoch durch­gesetzt? Das Geheimnis liegt in der Kombination von Patentier­barkeit und unwillkürlicher Ausbreitung dieser Pflanzen. Nach amerikanischer Rechts­auffassung gehören den Konzernen sämt­liche Lebewesen, die eine von ihnen manipulierte Gensequenz aufweisen. Dieses Rechts­verständnis wird gerne auch auf zufällig kontaminierte Pflanzen angewandt. Bauern wie Percy Schmeiser haben es live erlebt: Ihr eigenes Saatgut wurde durch Genfelder in der Nach­barschaft kontaminiert. Daraufhin belangte Monsanto diese Farmer wegen angeblicher Patent­rechts­verletzungen. Unter Androhung ruinöser Schadens­ersatz­forderungen versuchte man ihnen Knebel­verträge zum Umstieg auf Gentech-Saat aufzu­zwingen. Die meisten Bauern gaben klein bei.

Erklärtes Ziel von Monsanto, Bayer und Konsorten: Die volle Kontrolle über den Anbau von Nahrungsmitteln. Warum sollte das jemand wollen? Hierzu ein Zitat von Henry Kissinger, dem ehemaligen US-Außenminister, Sicherheits­berater und Kriegsverbrecher Träger des Frie­densnobel­preises. Er hat wohl schon in den 70er Jahren verkündet:

"Wer das Öl kontrolliert, ist in der Lage, ganze Nationen zu kontrollieren; wer die Nahrung kontrolliert, kontrolliert die Menschen."

Zu diesem Zweck ist kein Trick zu schmutzig und keine Lüge zu infam. Hier wird in einem Ausmaß manipuliert, gelogen, betrogen, bestochen, bedroht und erpresst, das den Vergleich mit Waffen-, Drogen- und Menschenhandel keineswegs zu scheuen braucht. "Grüne Gentechnik" in ihrer heutigen Form ist keine Wissenschaft, sondern eine Mafia. Allerdings mit weitaus verheerenderem Einfluss als Cosa Nostra, Ndrangeta und Co., weil ihre finsteren Machen­schaften die gesamte Weltbevölkerung betreffen.

Links zum Thema:

Autor: 2beers   
Veröffentlicht: 31.05.2010, 21:11 Uhr

Mit dem unwillkürlichen Symbolgehalt des Kindertages endet morgen am 1. Juni 2010 die Zeichnungs­frist der Bundestags­petition für ein Verbot gentechnisch veränderter Nahrungs- und Futtermittel. Wer ein solches Verbot befürwortet, sollte also umgehend unterzeichnen!

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es nur 5163 Unterschriften. Das ist sehr bemerkenswert, da schon allein die Die Grünen knapp 50.000 Mitglieder haben. Hier zeigt sich wieder einmal, dass die Führungs­riege dieser Partei aus scheinheiligen Heuchlern besteht, die sich irgendwann von ihren Kindern und Enkeln fragen lassen müssen, warum sie Umwelt­terroristen wie Monsanto und Konsorten nichts Ernsthaftes entgegen gesetzt haben.

Selbst von den korrupten Umwelt­organisationen wie Greenpeace, BUND oder NABU war kein Aufruf zur Zeichnung dieser oder vergleichbarer Petitionen zu vernehmen. Doch was sollte man auch von ihnen erwarten? Die grünen Weltretter engagieren sich nicht einmal gegen Kriege, obwohl im Rahmen von Kriegen gewöhnlich die verheerendsten Umweltschäden entstehen. Es deutet sich schon lange an, dass die großen Umweltverbände nur noch dazu dienen, die Öko-Aktivisten unter einer Handvoll Dach­organisation zu versammeln. Damit werden sie lenkbar und können besser für die ökofaschistischen Zwecke der selbsternannten Weltelite eingespannt werden, deren erklärter Feind die wachsende Welt­bevöl­kerung selbst ist.

In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass neben der morgen endenden Bundestags­petition derzeit auch eine "verwandte" Petition an die EU-Kommission läuft.

Links zum Thema:

Autor: 2beers   
Veröffentlicht: 31.05.2010, 18:10 Uhr

Während immer klarer zu Tage tritt, dass die halbe polnische Elite am 10. April 2010 einem Attentat zum Opfer fiel, offenbaren sich ganz nebenbei auch die makabren Tücken der automatisierten, kontext-abhängigen Google-Werbung. Hier ein Screenshot von PolskaWeb...

Links zum Thema:

Autor: 2beers   
Thema:  Humor, Internet, Politik
Veröffentlicht: 08.05.2010, 01:28 Uhr

Nach den False-Flag-Anschlägen in London 2005 und einem akuten Mangel an lebensmüden Trittbrettfahrern wird es offenbar immer schwerer, die britische Bevölkerung auf künftige Einschnitte in ihre Bürger­rechte einzustimmen. Deshalb warnen Agenten des britischen Inlands­geheimdienstes MI5 seit einiger Zeit vor einer ungeahnten neuen Terrorgefahr: Weibliche Selbstmord­attentäter könnten mit Hilfe von explosiven Brust­implantaten Passagier­flugzeuge zum Ab­sturz bringen. Da ihnen diese Mitteilung wohl selbst ein bisschen zu sexistisch klang, ergänzten sie, dass alternativ auch Pobacken-Implantate für Männer in Frage kämen. Dies berichtete Ende Januar die Daily Mail. Das englische Boulevard­blatt "The Sun" griff die drohen­den "Terror-Operationen" diese Woche wieder auf. Die treuen Leser der auflagen­stärksten deutschen Zeitung sind natürlich längst im Bilde.

Wer sich nun an alte Monty-Python-Sketche erinnert fühlt, muss sich enttäuschen lassen. Denn besagte MI5-Spitzel werden bierernst zitiert, ganz egal, ob es sich dabei um britische, deutsche oder US-amerikanische Medien handelt. Frauen sollten daher neugierigen Blicken ins Dekolleté ab sofort mit Nachsicht begegnen. Es handelt sich vermutlich nur um eine Prüfung der aktuellen Sicherheits­lage.

Autor: 2beers   
Thema:  Humor, Krieg, Politik
Veröffentlicht: 27.03.2010, 06:13 Uhr

Freitag, 12.März 2010

Die Legitimation des Staates Israels

Für die wohl meisten Menschen sind Judentum und Zionismus - also der Tora-gemäße jüdische Glaube und die Erkämpfung des National­staats Israel - untrennbar miteinander verbunden. Dass dies jedoch alles andere als selbstverständlich ist, darum geht es im folgenden, spannenden Gespräch zwischen einem schiitischen Muslim und mehreren orthodoxen Juden der Neturei Karta im Rahmen eines Islamisch-Jüdischen Gesprächskreises 2009 in Berlin.

Ein YouTube-Beitrag in 9 Teilen (insgesamt 72 Minuten).

Zum Ansehen des hier hinterlegten Filmchens bedarf es eines aktuellen Flash-Plugins.


Teil 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9

Die Teilnehmer der Gesprächsrunde sind (von links nach rechts): Oberrabbiner Ahron Leib Cohen (Manchester), Reuven Jisroel Cabelman (Berlin/Antwerpen), Rabbiner Jacob Weisz (London) und Rabbiner Chaim Blayer (London). Moderator: Bahman Berenjian von der Quds-Arbeitsgruppe (Berlin)

Autor: 2beers   
Thema:  Gesellschaft, Politik
Veröffentlicht: 12.03.2010, 14:55 Uhr

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