Die schlechte Nachricht zuerst: Man kann sein Vermögen nicht sicher vor
Verlusten schützen. Wer anderes behauptet ist ein Banker. Im Grunde
gehört unser Geld sogar zu den unsichersten Dingen, die es überhaupt
gibt. Denn es basiert auf nichts anderem als staatlichen Absprachen, die
jederzeit geändert werden können. Und es hängt ab von Bankiers und
Politikern, die in der Mehrzahl ganz offensichtlich nicht wissen, was
sie tun. Die Geschichte ist voll von Währungen, die kurzerhand entwertet
und abgeschafft wurden. Dazu kommt, dass vergangene Finanzkrisen unter
völlig anderen Rahmenbedingungen eintraten und sich daher nur sehr
eingeschränkt für Folgerungen auf unsere aktuelle Situation eignen.
Doch es gibt auch zwei gute Nachrichten. Erstens: Die Gefahr plötzlicher
Zahlungsunfähigkeit und eines Totalverlustes allen Geldes lässt sich
bedeutend verringern. Das Stichwort dafür heißt Risikostreuung.
Zweitens: Auch wenn man das ganze sogenannte Vermögen verliert, bleiben
einem die wertvollsten Dinge meist erhalten. Es lohnt sich, darüber
einmal in Ruhe nachzudenken. Denn das Wertesystem in unserem Kopf ist
oft bemerkenswert verzerrt.
Aber kommen wir nun zu den konkreten Möglichkeiten, uns auch finanziell
zu wappnen für einen Aussetzer des Geldsystems oder die (nach wie vor nicht
unwahrscheinliche) Ausweitung der Finanzkrise zur allgemeinen
Wirtschaftskrise.
Bargeld: allgemein
Wie schon im Artikel
"Krisenszenarien"
geschildert, kann der Bargeldstrom recht plötzlich versiegen. Wer sich
dann nicht mit dem Rest der Schlange vor dem Bankautomaten um die
letzten Scheine prügeln möchte, sollte einen sicher verwahrten
Bargeldvorrat im Haus haben, mit dem er seinen Lebensunterhalt -
möglichst inklusive Miete - etwa 1 bis 2 Monate lang bestreiten kann.
Das klingt vielleicht zunächst ein bisschen viel. Und manchem steht eine
entsprechende Summe im Vorhinein gar nicht zu Verfügung. Aber wer die
Chance dazu hat, sollte sie ruhig auch nutzen. Denn es ist eine feine
Sache, wenn man einen ganzen Monat lang komplett auf Bargeldnachschub
verzichten kann. Umso besser, wenn man sogar noch eine gleichzeitige
Hyperinflation
mit einkalkuliert. Doch Achtung: Hinsichtlich eines Einbruches oder
Brandes ist natürlich auch Bargeld mit einem gewissen Verlustrisiko
behaftet. Immerhin gibt es feuer- und wasserfeste Geldkassetten. Eine
Hausratversicherung deckt dieses Risiko übrigens im Regelfall
nur bei sehr kleinen Summen ab. Am besten mal nachfragen!
Wer z.B. aus Brandschutzgründen seinen Bargeldvorrat lieber in Form von
Münzen anlegen möchte, sollte berücksichtigen, dass Münzen nicht
nur wesentlich schwerer und voluminöser sind. Obendrein besagt eine EG-Verordnung
(Nr. 974/98), dass niemand mehr als 50 Münzen innerhalb einer Zahlung
annehmen muss.
Bargeld: Euro-Scheine
Da Wechselgeld unter solchen Umständen äußerst knapp sein dürfte, sollte
die Bargeldreserve aus kleinen Scheinen (5 und 10 €) bestehen. Und weil
nicht auszuschließen ist, dass sich im Zuge der Krise einzelne Länder
wieder
aus
der Eurozone verabschieden, ist es sinnvoll darauf zu achten, dass
es sich um deutsche Scheine oder zumindest solche aus Österreich,
Niederlanden oder Finnland handelt. Zu erkennen ist dies an jenem
Buchstaben, mit dem die Identifikationsnummer auf der Rückseite jeder
Euronote beginnt. Ein X steht für Deutschland. Weitere Ländercodes:
Ländercodes
der Euro-Banknoten
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Kennung und zugehörige Zentralbank
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E:
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Slowakei
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S:
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Italien
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F:
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Malta
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T:
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Irland
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G:
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Zypern
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U:
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Frankreich
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H:
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Slowenien
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V:
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Spanien
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L:
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Finnland
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X:
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Deutschland
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M:
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Portugal
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Y:
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Griechenland
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N:
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Österreich
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Z:
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Belgien
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P:
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Niederlande
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Bargeld: Silber-Euros
Herrschen grundlegende Zweifel am Wert des Euros, dürften sich
10-Euro-Silber-Gedenkmünzen
bewähren. Verblüffender Weise kosten sie nur 10 €, sind
offizielles Zahlungsmittel
(10 €) und können in den meisten Banken bestellt und erworben
werden. Man verliert also beim Tausch kein Geld. Im Laden kann man damit theoretisch
ganz normal bezahlen. Jedes Geschäft in Deutschland(!) ist gesetzlich verpflichtet,
diese Münzen bis zu einer Betragshöhe von 200 € pro Zahlung anzunehmen.
Eine vorsorgliche Nachfrage im Supermarkt um die Ecke schadet natürlich dennoch
nicht. Da die 18 g schweren Münzen aus massivem 925er Sterlingsilber bestehen
(Silberanteil: 16,65 g, also reichlich ½ Unzen), stellen sie
unabhängig vom aktuellen Kurs der Währung einen
gewissen
Wert dar und dürften entsprechend etwas krisenfester sein. Außerdem
entwickeln sie recht schnell einen zusätzlichen
Sammlerwert.
Pro Jahr werden normalerweise 4 bis 6 verschiedene Prägemotive herausgegeben.
Die Nachfrage ist derzeit so groß, dass man am besten vorbestellt und gleich am
Erscheinungstag (nächster Termin:
10. Juni
2010) in der Bank auftaucht. Meist kann man auch nur eine sehr
begrenzte Zahl dieser Münzen auf einen Schlag erwerben. Am freigebigsten
sind häufig die Hauptfilialen der Sparkassen. In einer Art Abonnement auf
Rechnung kann die jeweils aktuelle Gedenkmünze auch postalisch über
MDM
portofrei bezogen werden. Zur Sicherheit sei erwähnt, dass für
Vorsorge-Zwecke die einfache 10-Euro-Ausgabe (Stempelglanz/bankfrisch) wirklich
vollkommen ausreicht. Die teureren PP-Ausgaben (Polierte Platte bzw.
Spiegelglanz) sind nur für Sammler interessant.
Bargeld: Aufsplittung
Für die angestrebte Risikostreuung liegt es nahe, den Bargeldvorrat zu
splitten. Das heißt einerseits, nicht den gesamten Bestand am selben Ort
aufzubewahren. Andererseits bedeutet dies, dass man nicht mehr als die Hälfte
des Bargeldbestands in besagte Gedenkmünzen tauschen sollte. Eine
überlegenswerte Option ist die Aufteilung in drei Bargeld-Formen: Ein Drittel
kleine Euroscheine aus Deutschland, ein Drittel Silber-Gedenkmünzen und ein
Drittel Schweizer Franken oder Norwegische Kronen, da diese Währungen nicht
unmittelbar mit dem Euro oder Dollar verknüpft sind.
Geldanlage: Bankkonto
Anfang Oktober 2008 hat die Bundesregierung eine uneingeschränkte
Garantie
für private Spareinlagen übernommen. Das heißt: Wird eine
deutsche Bank zahlungsunfähig, bekommt man sein Geld auf dem dortigen
Konto notfalls von der Bundesregierung zurück und ist in der Theorie
nicht angewiesen auf die begrenzten Mittel der gesetzlichen
Einlagensicherung
und der freiwilligen Einlagensicherungsfonds der Bankenverbände. Doch
zwei Dinge muss man sich dabei vergegenwärtigen: Zum einen gibt es
selbstverständlich keine Gewähr dafür, dass die Regierung ihre Zusage
einlöst. Es wäre nicht das erste gebrochene Versprechen einer
Bundesregierung. Außerdem ist die Umsetzung im Ernstfall davon abhängig,
dass irgendwelche Banken weitere Staatsanleihen kaufen, sprich:
zusätzliche Kredite an den Staat vergeben. Das kann man bei einem
Staatsbankrott beispielsweise ausschließen. Zum anderen mahlen die
Mühlen der Bürokratie bekanntlich langsam. Man wird also vermutlich
ziemlich lange auf sein Geld warten müssen und sollte auch mit
überraschenden Sonderbedingungen rechnen, die für die
Antragsbearbeitung plötzlich erhoben werden.
© Kellermeister / Pixelio :: Geldkonserve
Wie fast immer ist es also besser, nicht alles auf eine (EC-)Karte zu
setzen. Zwei bis drei wirtschaftlich voneinander unabhängige Geldhäuser
sollten es schon sein. Für unsere Zwecke ist dabei nicht die Höhe des
Zinssatzes von Bedeutung, sondern eine seriöse Bilanz mit wenig bis gar
keinen hochriskanten Wertpapieren sowie die Liquidität, also die
Verfügbarkeit des Guthabens im Notfall. Und da wird es in der Praxis
schwierig. Eine Bank ohne Benzinsee im Keller ist beispielsweise die
Spar-
und Kreditbank Bad Homburg, die Hausbank des Bundes der
Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden
(BEFG).
Sie hat allerdings den Nachteil, dass in Ermangelung eigener
Geldautomaten für Auszahlungen immer ein zusätzliches Bankkonto - ein
sogenanntes Referenzkonto - nötig ist. Aber auch andere Banken aus dem Bereich
des Ethischen
Investments kommen in Frage. Selbst die Eröffnung eines Kontos in
der Schweiz oder in Norwegen ist eine Erwägung wert.
Geldanlage: Wertpapiere und Co.
Die meisten Anlageformen, die keine konventionelle Spareinlage darstellen, sind
tendenziell noch unsicherer. Selbst die als sicher geltenden
Bundesschatzbriefe und Bundesanleihen sind bei der derzeitigen
Staatsverschuldung
mit deutlichen Risiken verbunden. Die Bausparkassen sind auf regelmäßige
Zahlungen der Häuslebauer angewiesen - wenn Bausparverträge auch
immerhin noch unter die gesetzliche Einlagensicherung fallen. Und
Aktien eignen sich eher für gutsituierte, risikofreudige Leute, die sich
in der Materie auskennen und Kurseinbrüche finanziell aussitzen können.
Doch eine ganz andere Gefahrenklasse haben Fonds (Aktienfonds,
Immobilienfonds etc.) und Kapitallebensversicherungen. Hier empfiehlt
sich sicherlich die sofortige Auflösung. Auf einem vergleichbaren
(Un)Sicherheitsniveau bewegen sich leider auch private Rentensparpläne.
Angeführt wird die Liste der besonders riskanten Anlageformen aber
natürlich von
Zertifikaten.
Der Goldpreis der letzten Monate macht eine Investition in dieses
beliebte Edelmetall zwangsläufig zu einem Verlustgeschäft. Das gilt
besonders dann, wenn man es noch während der Krise oder direkt danach
aus Geldnot "verflüssigen" muss. Für lange Zeit wird man nämlich nicht
der Einzige sein, der seinen glänzenden Barren an den Mann bringen will,
was den Goldpreis aller Voraussicht nach etwa auf die Höhe des
Grundwasserspiegels bringen dürfte. Im schlimmsten Fall kann Gold sogar
konfisziert
werden (also schon allein aus diesem Grund ggf. lieber anonym einkaufen!).
Silber, Platin und Palladium mögen momentan vielleicht die besseren
Alternativen darstellen, bergen aber im Grunde dennoch die gleichen Probleme.
Das trifft sogar auf die etwas vergriffenen Anlagemünzen aus Gold und Silber zu
(Krugerrand,
Maple Leaf,
American Eagle,
Kookaburra,
Wiener Philharmoniker
etc.).
Nicht außer Acht lassen sollte man, dass Anlagegold von der Mehrwertsteuer
befreit ist, andere Edelmetalle dagegen gewöhnlich nicht. Ausgesprochen spannend
wird auch die Frage der Aufbewahrung. Im Standardhaushalt liegt es
nicht besonders sicher. Im Bankschließfach ist es dagegen so
sicher, dass man nach einem Finanzcrash möglicherweise selbst nie mehr
heran kommt. Überdies ist beim Kauf Vorsicht geboten: Es sind auch
gefälschte
Münzen und Barren in Umlauf!
Geldanlage: Wohneigentum
Eigentlich ist es in unsicheren Zeiten eine gute Idee, in die eigenen
vier Wände zu investieren. Deshalb wird diese Variante der Geldanlage
häufig uneingeschränkt empfohlen. Brechen aber plötzlich die Einkünfte
weg, steht man vor einem Problem: Denn mit Haus und Garten hat man oft
keinen
Anspruch auf Sozialleistungen. Nun kann man sein Heim in
einem solchen Fall natürlich wieder veräußern. Doch in Krisenzeiten
gestaltet sich die Käufersuche schwierig und langwierig und der Erlös
wird gewöhnlich drastisch unter dem Wert liegen. In der Zwischenzeit
sitzt man finanziell auf dem Trockenen und muss sich auch noch auf einen
baldigen Umzug einrichten.
Ganz davon abgesehen kann man eine Immobilie - wie der Name schon sagt -
nicht mitnehmen, wenn aus etwaigen Gründen ein Ortswechsel sinnvoll oder
notwendig wird. Besonders heikel sind übrigens Eigentumswohnungen in
größeren Häusern. Werden andere Mieter zahlungsunfähig, muss man deren
Anteil an den laufenden Kosten nämlich teils mit übernehmen.
Geldanlage: Kunstwerke
Kunstwerke haben sich in der Vergangenheit einen Ruf als erstaunlich
sichere Geldanlage erworben. Dies gilt aber nur auf lange Sicht hin.
Auch hier muss man - ähnlich wie bei soliden Aktien - vorübergehende
Nachfrageeinbrüche aussitzen und darf nicht innerhalb einer Krise auf
den Verkauf angewiesen sein. Zudem können sie leicht beschlagnahmt,
gestohlen oder beschädigt werden und sind bei einem schnellen
Wohnortwechsel nicht immer gut zu transportieren.
Schulden: Darlehen
Kredite mit festen, einklagbaren Zahlungsverbindlichkeiten können in
einer Krise schnell
zur
Pfändungsfalle werden und sollten nach
Möglichkeit vermieden bzw. abgelöst werden! Zwar verlieren Schulden bei
einer starken Inflation nach und nach an Bedeutung. Doch zuvor können die eigenen
Einnahmequellen - z.B. wegen Arbeitslosigkeit - versiegen oder die unvermeidlichen
Lebenshaltungskosten so stark ansteigen, dass man die fälligen Raten nicht
mehr erübrigen kann und zahlungsunfähig wird. Besonders haarig sind in
diesem Zusammenhang Hypotheken oder gar Grundschulden auf das eigene Wohnhaus.
Hier kann es einem schnell so gehen wie Hunderttausenden
US-Amerikanern: Geld weg, Haus weg. Um dieses Risiko zu verringern, muss
man auf einen Darlehensvertrag achten, der erstens nicht
weiterverkäuflich ist und dessen Raten zweitens von Anfang an zur
Rückzahlung des Nennbetrages dienen. Gerne vergeben die Banken nämlich
Kredite, bei denen die Raten zunächst nur der Zinstilgung dienen. Wird
man insolvent, bevor die eigentliche Rückzahlungsphase beginnt, gehört
einem dann allerdings kein Fitzelchen des Hauses und im Handumdrehen ist
man von der Bank aus dem vermeintlich eigenen Heim geklagt. Bei bereits
laufenden Immobilienkrediten sollte man von der Bank umgehend eine
Teillöschungsbewilligung
für den bereits getilgten Teil der Grundschuld fordern.
Investitionen: Sachbedarf
Neben der Rückzahlung eigener Bankdarlehen empfiehlt sich der Blick auf
die im Ernstfall benötigte "Hardware". Welche Dinge würde ich
wahrscheinlich benötigen und nicht vom Nachbarn borgen können? Wo sollte
ich unabhängig sein? Welche sinnvollen Käufe schiebe ich schon
seit Ewigkeiten vor mir her? Hier reicht das krisenrelevante
Themenspektrum von Nahrung (Vorrat, Gartengeräte usw.) über Wohnen (z.B.
alternative Heizung, Fenstersicherungen) bis zur Mobilität (Fahrrad,
Schuhe, Rucksack etc.). Dazu mehr in den vorangegangen und folgenden
Blog-Artikeln. Anschaffungen in diesem Bereich sind gewöhnlich
wesentlich praktischer und deutlich sicherer als ein Bankguthaben.
Zusätzlich empfiehlt sich hier eine seriöse Hausratversicherung mit
guter Zahlungsmoral und wenig Eigenbeteiligung, die unsere
Habseligkeiten inflationsunabhängig zum Wiederbeschaffungswert
versichert (z.B. Allianz).
Investitionen: Tauschmittel
Neben dem offiziellen, staatlichen Geld etablieren sich in Krisenzeiten
immer auch handliche Waren als ersatzweises Zahlungsmittel. Diese Naturalien
dienen dann dem Kauf anderer notwendiger Dinge oder der Belohnung für
gute Dienste. Sie sind gewöhnlich keiner Inflation unterworfen, sondern
nehmen - mit zunehmender Dauer einer allgemeinen Notlage - sogar merklich an
Wert zu. Es kann kaum schaden, selbst ein bisschen Geld in solche Tauschmittel
zu investieren. Besonders bewährt haben sich Zigaretten. Aus
Qualitätsgründen würde ich zu Produkten von
Reemtsma oder
Austria Tabak
greifen und sie der Haltbarkeit zuliebe stangenweise eingeschweißt lagern.
Alternativ bieten sich
Zigarren
holländischer Machart (das sind solche, die nicht feucht aufbewahrt
werden müssen) und Schnaps an. Hat man eine geeignete Lagermöglichkeit
vor Ort, ist auch ein
bezahlbarer
Wein keine schlechte Idee. Ein bisschen anspruchsloser ist Kaffee. Man
legt ihn am besten vakuumverpackt an einen kühlen bis kalten Ort ohne
auffällige Gerüche.
Investitionen: Mitmenschen
Die spannendste Chance, sein Geld gewinnbringend zu investieren:
Familienmitgliedern, Freunden oder Bekannten die Bankschulden tilgen
oder ihnen notwendige Anschaffungen finanzieren - entweder mit
inflationssicherer, zinsloser Schuldverpflichtung (z.B. in
Broteinheiten - also der Gegenwert von x handelsüblichen
Dreipfund-Mischbroten zum jeweils aktuellen Preis) oder als Geschenk, um
krisensichere Freundschaften zu stiften oder auch einfach
"Schätze
im Himmel" zu erwerben. Wo wir beim Thema sind: Natürlich spricht auch
nichts gegen konventionelle Spenden - z.B. an
Brot
für die Welt. Im
Augenblick kann unser Geld noch viel ausrichten, Existenzen sichern,
gesund machen, Leben retten. In einiger Zeit ist es vielleicht nichts
mehr wert.