Mittwoch, 23.Dezember 2009

Die Finanzkrise Ende 2009 - Zwischenbericht

Ist die Krise einigermaßen ausgestanden? Oder steht uns das Schlimmste noch bevor? Die Unsicherheit ist groß. Auch unter wirklichen Experten. Von den als Experten bezeichneten Medien­hampel­männern ganz zu schweigen. Mir bietet sich momentan folgendes Bild: Die Kette der Bankenpleiten reißt nicht ab, wenn es auch kein zweites Kreditinstitut mit solchen Tentakeln wie Lehmann erwischt hat. Wohl nicht zuletzt, weil weitere verheerende Pleiten diesen Kalibers mit Hilfe der Steuer­einnahmen der nächsten Jahr­zehnte abgebogen wurden. Doch die Bilanzen sind selbst nach sehr optimistischen Schätzungen maximal zur Hälfte um die Schrott­papiere bereinigt. Mindestens die Hälfte lauert also noch hinter der staatlich sanktionierten Bilanzfälschung. Die Dubaikrise zeigt ein­drücklich, dass jederzeit weitere Blasen platzen können. In Europa versuchen sich derzeit Länder wie Island, Bulgarien, Lettland und das zur Euro-Zone gehörende Griechenland am Staatsbankrott vorbei zu hangeln. Mit Spanien, Portugal, Irland und Italien sind ihnen weitere Euro-Staaten auf den Fersen. Das könnte für einen Domino-Effekt sorgen.

Die Wirtschaft hat sich nivelliert. Die einen reden von einer gering­fügigen Erholung, die anderen betrachten es eher als einen Ausgleich zur vorherigen Überreaktion auf die plötzlichen Nachfrage­einbrüche. Welche Dynamik die noch immer ausstehenden Entlas­sungen im nächsten Jahr entfalten werden, ist ungewiss. Zudem muss mit einer steigenden Inflation gerechnet werden. Für den Euro erwarten viele auf längere Sicht eine Inflationsrate um die 5%. Doch seitdem in Deutschland 14 nigel­nagelneue Bank­noten­maschinen be­stellt wur­den, mehren sich wieder die Gerüchte um eine drohende Hyper­inflation. Und dank der enormen Nachfrage nach Edel­metallen sollen mittlerweile sogar schon getürkte Goldbarren mit Wolfram­kern in Umlauf sein.

Die kurzfristigen Prognosen driften auseinander. Die Optimisten deuten die momentan ruhige Lage als Talsohle der Krise. Die Pessimisten erwähnen Tsunami-Effekte: Zuerst ein fernes Beben (Bankencrash 2008), im Anschluss zieht sich das Meer zurück (scheinbare Erholung). Und dann bricht die Flut los. Die mittel­fristigen Prognosen bestehen folgerichtig entweder in einer längeren "Stagflation" oder einer Wirtschaftskrise, die sich gewaschen hat (Pardon für das leicht makabere Wortspiel). Die ernstzunehmenden Langzeit­prognosen zeichnen geschlossen das Bild von einem unum­gänglichen Wandel. Warum? Ich will es einmal mit den ironischen Worten eines Volker Pispers beantworten: "Wie bekämpft man eine Krise, die durch das Platzen einer riesigen Schuldenblase entstanden ist? Indem man neue Schulden macht, oder?"

Links zum Thema:

Autor: 2beers   
Thema:  Krise, Wirtschaft
Veröffentlicht: 23.12.2009, 09:21 Uhr

Freitag, 2.Oktober 2009

Vorsorge: 9. Finanzen

Die schlechte Nachricht zuerst: Man kann sein Vermögen nicht sicher vor Verlusten schützen. Wer anderes behauptet ist ein Banker. Im Grunde gehört unser Geld sogar zu den unsichersten Dingen, die es überhaupt gibt. Denn es basiert auf nichts anderem als staatlichen Absprachen, die jederzeit geändert werden können. Und es hängt ab von Bankiers und Politikern, die in der Mehrzahl ganz offensichtlich nicht wissen, was sie tun. Die Geschichte ist voll von Währungen, die kurzerhand entwertet und abgeschafft wurden. Dazu kommt, dass vergangene Finanzkrisen unter völlig anderen Rahmen­bedingungen eintraten und sich daher nur sehr eingeschränkt für Folgerungen auf unsere aktuelle Situation eignen.

Doch es gibt auch zwei gute Nachrichten. Erstens: Die Gefahr plötzlicher Zahlungs­unfähigkeit und eines Totalverlustes allen Geldes lässt sich bedeutend verringern. Das Stichwort dafür heißt Risiko­streuung. Zweitens: Auch wenn man das ganze sogenannte Ver­mögen verliert, bleiben einem die wertvollsten Dinge meist erhalten. Es lohnt sich, darüber einmal in Ruhe nachzudenken. Denn das Wertesystem in unserem Kopf ist oft bemerkenswert verzerrt.

Aber kommen wir nun zu den konkreten Möglichkeiten, uns auch finanziell zu wappnen für einen Aussetzer des Geldsystems oder die (nach wie vor nicht unwahr­scheinliche) Ausweitung der Finanzkrise zur allgemeinen Wirtschaft­skrise.

Bargeld: allgemein

Wie schon im Artikel "Krisenszenarien" geschildert, kann der Bargeldstrom recht plötzlich versiegen. Wer sich dann nicht mit dem Rest der Schlange vor dem Bankautomaten um die letzten Scheine prügeln möchte, sollte einen sicher verwahrten Bargeldvorrat im Haus haben, mit dem er seinen Lebensunterhalt - möglichst inklu­sive Miete - etwa 1 bis 2 Monate lang bestreiten kann. Das klingt vielleicht zunächst ein bisschen viel. Und manchem steht eine entsprechende Summe im Vorhinein gar nicht zu Verfügung. Aber wer die Chance dazu hat, sollte sie ruhig auch nutzen. Denn es ist eine feine Sache, wenn man einen ganzen Monat lang komplett auf Bargeld­nachschub verzichten kann. Umso besser, wenn man sogar noch eine gleichzeitige Hyperinflation mit einkalkuliert. Doch Achtung: Hinsichtlich eines Einbruches oder Brandes ist natürlich auch Bargeld mit einem gewissen Verlustrisiko behaftet. Immerhin gibt es feuer- und wasserfeste Geldkassetten. Eine Hausrat­versicherung deckt dieses Risiko übrigens im Regelfall nur bei sehr kleinen Summen ab. Am besten mal nachfragen!

Wer z.B. aus Brandschutz­gründen seinen Bargeldvorrat lieber in Form von Münzen anlegen möchte, sollte berücksichtigen, dass Münzen nicht nur wesentlich schwerer und voluminöser sind. Obendrein besagt eine EG-Verordnung (Nr. 974/98), dass niemand mehr als 50 Münzen innerhalb einer Zahlung annehmen muss.

Bargeld: Euro-Scheine

Da Wechselgeld unter solchen Umständen äußerst knapp sein dürfte, sollte die Bargeld­reserve aus kleinen Scheinen (5 und 10 €) besteh­en. Und weil nicht auszuschließen ist, dass sich im Zuge der Krise einzelne Länder wieder aus der Eurozone verabschieden, ist es sinnvoll darauf zu achten, dass es sich um deutsche Scheine oder zumindest solche aus Österreich, Niederlanden oder Finnland han­delt. Zu erkennen ist dies an jenem Buchstaben, mit dem die Identifi­kations­nummer auf der Rückseite jeder Euronote beginnt. Ein X steht für Deutschland. Weitere Ländercodes:

Ländercodes der Euro-Banknoten
Kennung und zugehörige Zentralbank
E: Slowakei S: Italien
F: Malta T: Irland
G: Zypern U: Frankreich
H: Slowenien V: Spanien
L: Finnland X: Deutschland
M: Portugal Y: Griechenland
N: Österreich Z: Belgien
P: Niederlande    

Bargeld: Silber-Euros

Herrschen grundlegende Zweifel am Wert des Euros, dürften sich 10-Euro-Silber-Gedenkmünzen bewähren. Verblüffender Weise ko­sten sie nur 10 €, sind offizielles Zahlungsmittel (10 €) und können in den meisten Banken bestellt und erworben werden. Man verliert also beim Tausch kein Geld. Im Laden kann man damit theoretisch ganz normal bezahlen. Jedes Geschäft in Deutschland(!) ist gesetzlich verpflichtet, diese Münzen bis zu einer Betragshöhe von 200 € pro Zahlung anzunehmen. Eine vorsorgliche Nachfrage im Supermarkt um die Ecke schadet natürlich dennoch nicht. Da die 18 g schweren Münzen aus massivem 925er Sterlingsilber bestehen (Sil­beranteil: 16,65 g, also reichlich ½ Unzen), stellen sie unab­hängig vom aktuellen Kurs der Währung einen gewissen Wert dar und dürften entsprechend etwas krisenfester sein. Außerdem entwickeln sie recht schnell einen zusätzlichen Sammlerwert.

Pro Jahr werden normalerweise 4 bis 6 verschiedene Prägemotive heraus­gegeben. Die Nachfrage ist derzeit so groß, dass man am besten vorbestellt und gleich am Erscheinungstag (nächster Termin: 10. Juni 2010) in der Bank auftaucht. Meist kann man auch nur eine sehr begrenzte Zahl dieser Münzen auf einen Schlag erwerben. Am freigebigsten sind häufig die Hauptfilialen der Sparkassen. In einer Art Abonnement auf Rechnung kann die jeweils aktuelle Gedenk­münze auch postalisch über MDM portofrei bezogen werden. Zur Sicherheit sei erwähnt, dass für Vorsorge-Zwecke die einfache 10-Euro-Ausgabe (Stempel­glanz/bankfrisch) wirklich voll­kommen ausreicht. Die teureren PP-Ausgaben (Polierte Platte bzw. Spiegel­glanz) sind nur für Sammler interessant.

Bargeld: Aufsplittung

Für die angestrebte Risiko­streuung liegt es nahe, den Bargeldvorrat zu splitten. Das heißt einerseits, nicht den gesamten Bestand am selben Ort aufzubewahren. Andererseits bedeutet dies, dass man nicht mehr als die Hälfte des Bargeld­bestands in besagte Gedenk­münzen tauschen sollte. Eine überlegenswerte Option ist die Aufteilung in drei Bargeld-Formen: Ein Drittel kleine Euroscheine aus Deutschland, ein Drittel Silber-Gedenkmünzen und ein Drittel Schweizer Franken oder Norwegische Kronen, da diese Währungen nicht unmittelbar mit dem Euro oder Dollar verknüpft sind.

Geldanlage: Bankkonto

Anfang Oktober 2008 hat die Bundesregierung eine uneinge­schränkte Garantie für private Spareinlagen übernommen. Das heißt: Wird eine deutsche Bank zahlungsunfähig, bekommt man sein Geld auf dem dortigen Konto notfalls von der Bundesregierung zurück und ist in der Theorie nicht angewiesen auf die begrenzten Mittel der gesetzlichen Einlagen­sicherung und der freiwilligen Einlagen­sicherungs­fonds der Bankenverbände. Doch zwei Dinge muss man sich dabei vergegenwärtigen: Zum einen gibt es selbstver­ständlich keine Gewähr dafür, dass die Regierung ihre Zusage einlöst. Es wäre nicht das erste gebrochene Versprechen einer Bundesregierung. Außerdem ist die Umsetzung im Ernstfall davon abhängig, dass irgendwelche Banken weitere Staatsanleihen kaufen, sprich: zusätzliche Kredite an den Staat vergeben. Das kann man bei einem Staatsbankrott beispielsweise ausschließen. Zum anderen mahlen die Mühlen der Bürokratie bekanntlich langsam. Man wird also vermutlich ziemlich lange auf sein Geld warten müssen und sollte auch mit überraschenden Sonderbedingungen rechnen, die für die Antrags­bearbeitung plötzlich erhoben werden.


© Kellermeister / Pixelio :: Geldkonserve

Wie fast immer ist es also besser, nicht alles auf eine (EC-)Karte zu setzen. Zwei bis drei wirtschaftlich voneinander unabhängige Geld­häuser sollten es schon sein. Für unsere Zwecke ist dabei nicht die Höhe des Zinssatzes von Bedeutung, sondern eine seriöse Bilanz mit wenig bis gar keinen hochriskanten Wertpapieren sowie die Liquidität, also die Verfügbarkeit des Guthabens im Notfall. Und da wird es in der Praxis schwierig. Eine Bank ohne Benzinsee im Keller ist beispiels­weise die Spar- und Kreditbank Bad Homburg, die Hausbank des Bundes der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden (BEFG). Sie hat allerdings den Nachteil, dass in Ermangelung eigener Geldautomaten für Auszahlungen immer ein zusätzliches Bankkonto - ein sogenanntes Referenzkonto - nötig ist. Aber auch andere Banken aus dem Bereich des Ethischen Investments kommen in Frage. Selbst die Eröffnung eines Kontos in der Schweiz oder in Norwegen ist eine Erwägung wert.

Geldanlage: Wertpapiere und Co.

Die meisten Anlageformen, die keine konventionelle Spareinlage darstellen, sind tendenziell noch unsicherer. Selbst die als sicher geltenden Bundes­schatz­briefe und Bundesanleihen sind bei der derzeitigen Staats­verschuldung mit deutlichen Risiken verbunden. Die Bauspar­kassen sind auf regelmäßige Zahlungen der Häuslebauer angewiesen - wenn Bausparverträge auch immerhin noch unter die gesetzliche Einlagen­sicherung fallen. Und Aktien eignen sich eher für gutsituierte, risiko­freudige Leute, die sich in der Materie auskennen und Kurseinbrüche finanziell aussitzen können. Doch eine ganz andere Gefahrenklasse haben Fonds (Aktienfonds, Immobilienfonds etc.) und Kapital­lebens­versicherungen. Hier empfiehlt sich sicherlich die sofortige Auflösung. Auf einem vergleichbaren (Un)Sicherheits­niveau bewegen sich leider auch private Renten­spar­pläne. Angeführt wird die Liste der besonders riskanten Anlageformen aber natürlich von Zertifikaten.

Geldanlage: Edelmetalle

Der Goldpreis der letzten Monate macht eine Investition in dieses beliebte Edelmetall zwangsläufig zu einem Verlustgeschäft. Das gilt besonders dann, wenn man es noch während der Krise oder direkt danach aus Geldnot "verflüssigen" muss. Für lange Zeit wird man nämlich nicht der Einzige sein, der seinen glänzenden Barren an den Mann bringen will, was den Goldpreis aller Voraussicht nach etwa auf die Höhe des Grundwasser­spiegels bringen dürfte. Im schlimmsten Fall kann Gold sogar konfisziert werden (also schon allein aus diesem Grund ggf. lieber anonym einkaufen!). Silber, Platin und Palladium mögen momentan vielleicht die besseren Alternativen darstellen, bergen aber im Grunde dennoch die gleichen Probleme. Das trifft sogar auf die etwas vergriffenen Anlagemünzen aus Gold und Silber zu (Kruger­rand, Maple Leaf, American Eagle, Kookaburra, Wiener Philharmo­niker etc.).

Nicht außer Acht lassen sollte man, dass Anlagegold von der Mehrwert­steuer befreit ist, andere Edelmetalle dagegen gewöhnlich nicht. Ausgesprochen spannend wird auch die Frage der Aufbe­wahrung. Im Standard­haushalt liegt es nicht besonders sicher. Im Bankschließfach ist es dagegen so sicher, dass man nach einem Finanzcrash möglicherweise selbst nie mehr heran kommt. Überdies ist beim Kauf Vorsicht geboten: Es sind auch gefälschte Münzen und Barren in Umlauf!

Geldanlage: Wohneigentum

Eigentlich ist es in unsicheren Zeiten eine gute Idee, in die eigenen vier Wände zu investieren. Deshalb wird diese Variante der Geldanlage häufig uneingeschränkt empfohlen. Brechen aber plötz­lich die Einkünfte weg, steht man vor einem Problem: Denn mit Haus und Garten hat man oft keinen Anspruch auf Sozial­leistungen. Nun kann man sein Heim in einem solchen Fall natürlich wieder veräußern. Doch in Krisenzeiten gestaltet sich die Käufer­suche schwierig und langwierig und der Erlös wird gewöhnlich drastisch unter dem Wert liegen. In der Zwischenzeit sitzt man finanziell auf dem Trockenen und muss sich auch noch auf einen baldigen Umzug einrichten.

Ganz davon abgesehen kann man eine Immobilie - wie der Name schon sagt - nicht mitnehmen, wenn aus etwaigen Gründen ein Ortswechsel sinnvoll oder notwendig wird. Besonders heikel sind übrigens Eigentums­wohnungen in größeren Häusern. Werden andere Mieter zahlungsunfähig, muss man deren Anteil an den laufenden Kosten nämlich teils mit übernehmen.

Geldanlage: Kunstwerke

Kunstwerke haben sich in der Vergangenheit einen Ruf als erstaun­lich sichere Geldanlage erworben. Dies gilt aber nur auf lange Sicht hin. Auch hier muss man - ähnlich wie bei soliden Aktien - vorüber­gehende Nachfrage­einbrüche aussitzen und darf nicht innerhalb einer Krise auf den Verkauf angewiesen sein. Zudem können sie leicht beschlagnahmt, gestohlen oder beschädigt werden und sind bei einem schnellen Wohnortwechsel nicht immer gut zu transpor­tieren.

Schulden: Darlehen

Kredite mit festen, einklagbaren Zahlungs­verbindlich­keiten können in einer Krise schnell zur Pfändungsfalle werden und sollten nach Möglichkeit vermieden bzw. abgelöst werden! Zwar verlieren Schulden bei einer starken Inflation nach und nach an Bedeutung. Doch zuvor können die eigenen Einnahm­equellen - z.B. wegen Arbeits­losigkeit - versiegen oder die unvermeidlichen Lebenshal­tungskosten so stark ansteigen, dass man die fälligen Raten nicht mehr erübrigen kann und zahlungs­unfähig wird. Besonders haarig sind in diesem Zusammen­hang Hypotheken oder gar Grundschulden auf das eigene Wohnhaus. Hier kann es einem schnell so gehen wie Hundert­tausenden US-Amerikanern: Geld weg, Haus weg. Um dieses Risiko zu verringern, muss man auf einen Darlehens­vertrag achten, der erstens nicht weiter­verkäuflich ist und dessen Raten zweitens von Anfang an zur Rück­zahlung des Nennbetrages dienen. Gerne vergeben die Banken nämlich Kredite, bei denen die Raten zunächst nur der Zinstilgung dienen. Wird man insolvent, bevor die eigentliche Rückzahlungs­phase beginnt, gehört einem dann allerdings kein Fitzelchen des Hauses und im Hand­umdrehen ist man von der Bank aus dem vermeintlich eigenen Heim geklagt. Bei bereits laufenden Immobilien­krediten sollte man von der Bank umgehend eine Teil­löschungs­bewilligung für den bereits getilgten Teil der Grundschuld fordern.

Investitionen: Sachbedarf

Neben der Rückzahlung eigener Bankdarlehen empfiehlt sich der Blick auf die im Ernstfall benötigte "Hardware". Welche Dinge würde ich wahrscheinlich benötigen und nicht vom Nachbarn borgen können? Wo sollte ich unabhängig sein? Welche sinnvollen Käufe schiebe ich schon seit Ewigkeiten vor mir her? Hier reicht das krisenrelevante Themenspektrum von Nahrung (Vorrat, Gartengerä­te usw.) über Wohnen (z.B. alternative Heizung, Fenstersi­cherun­gen) bis zur Mobilität (Fahrrad, Schuhe, Rucksack etc.). Dazu mehr in den vorangegangen und folgenden Blog-Artikeln. Anschaf­fungen in diesem Bereich sind gewöhnlich wesentlich praktischer und deutlich sicherer als ein Bankguthaben. Zusätzlich empfiehlt sich hier eine seriöse Hausrat­versicherung mit guter Zahlungsmoral und wenig Eigen­beteiligung, die unsere Habseligkeiten inflations­unabhängig zum Wieder­beschaffungs­wert versichert (z.B. Allianz).

Investitionen: Tauschmittel

Neben dem offiziellen, staatlichen Geld etablieren sich in Krisen­zeiten immer auch handliche Waren als ersatzweises Zahlungsmittel. Diese Naturalien dienen dann dem Kauf anderer notwendiger Dinge oder der Belohnung für gute Dienste. Sie sind gewöhnlich keiner Inflation unterworfen, sondern nehmen - mit zunehmender Dauer einer allgemeinen Notlage - sogar merklich an Wert zu. Es kann kaum schaden, selbst ein bisschen Geld in solche Tauschmittel zu inves­tieren. Besonders bewährt haben sich Zigaretten. Aus Qualitäts­gründen würde ich zu Produkten von Reemtsma oder Austria Tabak greifen und sie der Haltbarkeit zuliebe stangenweise eingeschweißt lagern. Alternativ bieten sich Zigarren holländischer Machart (das sind solche, die nicht feucht aufbewahrt werden müssen) und Schnaps an. Hat man eine geeignete Lager­möglichkeit vor Ort, ist auch ein bezahlbarer Wein keine schlechte Idee. Ein bisschen anspruchsloser ist Kaffee. Man legt ihn am besten vakuumverpackt an einen kühlen bis kalten Ort ohne auffällige Gerüche.

Investitionen: Mitmenschen

Die spannendste Chance, sein Geld gewinnbringend zu investieren: Familienmitgliedern, Freunden oder Bekannten die Bankschulden tilgen oder ihnen notwendige Anschaffungen finanzieren - entweder mit inflations­sicherer, zinsloser Schuld­verpflichtung (z.B. in Brotein­heiten - also der Gegenwert von x handelsüblichen Dreipfund-Misch­broten zum jeweils aktuellen Preis) oder als Geschenk, um krisen­sichere Freundschaften zu stiften oder auch einfach "Schätze im Himmel" zu erwerben. Wo wir beim Thema sind: Natürlich spricht auch nichts gegen konventionelle Spenden - z.B. an Brot für die Welt. Im Augenblick kann unser Geld noch viel ausrichten, Exis­tenzen sichern, gesund machen, Leben retten. In einiger Zeit ist es vielleicht nichts mehr wert.

Autor: 2beers   
Thema:  Krise, Vorsorge
Veröffentlicht: 02.10.2009, 14:11 Uhr

Donnerstag, 30.April 2009

Vorsorge: 8. Drogerieartikel

Beim Thema Bevorratung denken wohl die meisten zunächst an Nahrungsmittel. Ohne Seife, Zahnpasta & Waschmittel kann einem aber das Leben ganz schön stinken! Es schadet also nichts, sich auch hier mit dem Nötigsten einzudecken. Bei den folgenden Listen habe ich mich wieder vom Lexikon des Überlebens[1] inspirieren lassen und ein paar eigene Vorschläge hinzugefügt.

Notvorrat an Hygiene- und Haushaltsartikeln (alphabetisch)
Körperpflege
Babywindeln (bei Bedarf) Müllsäcke
Binden, Tampons Nagelschere
Deodorants Outdoorseife[4]
Duschbad Papiertaschentücher
Einweg-Gummihandschuhe Rasierklingen
Ersatz-Toilette (siehe unten) Rasierschaum
Ersatzbrille Schwamm
Feuchttücher[2] Stofftaschentücher
Haarschneideschere Stoffwindeln (bei Bedarf)
Haarwaschmittel Toilettenpapier
Handseife (z.B. Kernseife) Waschschüssel
Handtücher[3] Watte und Wattestäbchen
Kondome Zahnbürsten
Küchenpapier Zahnpasta
Lauskamm Zahnseide
Haushalt
Allzweckreiniger Kehrschaufel
Alufolie Kerzen, Teelichte
Besen Lappen, Schwämme
Bürsten[5] Plastikeimer
Feuerzeuge Waschmittel bzw. -pulver
Geschirrspülmittel Waschtrog/Schüssel[6]
Glühbirnen Wischmob

Haustiere

Wer tierische Mitbewohner hat, sollte natürlich auch an Einstreu fürs Katzenklo, Flohpuder etc. denken.

Ersatz-Toilette

Wenn die Versorgung mit Leitungs­wasser unterbrochen wird, ist ein herkömmliches WC zumindest fürs große Geschäft schnell unbenutz­bar. Wer kein Herzhäuschen im Garten stehen hat, dem kommt dann eine im Voraus besorgte Campingtoilette mit dem zugehörigen Chemie­cocktail wie gerufen. Etwas billiger und umwelt­verträglicher, doch auch ein bisschen aromatischer wird es mit einer Eimer-Toilette. Alternativ tut's aber ein geruchsdichter Eimer mit Deckel ebenso - da bewähren sich sicher Windeleimer ganz gut. Um in dieser ohnehin schon unerfreulichen Situation nicht auch noch den Sitzkomfort eines Eimerrandes testen zu müssen, empfiehlt sich allerdings der Bau eines einfachen Toiletten­einsatzes, der sich unkompliziert in den Eimer umfüllen lässt. Auf dem Blog "Überleben in grossen Städten" findet man hierfür eine nützliche Bauanleitung. Zum Abdecken und zur Geruchs­neutralisation der Eimerladung eignet sich Sägemehl (Tischlerei­abfälle/Klein­tierstreu) oder Torfmull. Noch besser ist wohl Chlorkalk, der den Inhalt nebenbei desinfiziert.


© C-Bra / Pixelio :: Stilles Örtchen

Lagerung

Die meisten der üblichen Hygiene- und Haushaltsartikel sind bei trockenen Bedingungen sehr lange haltbar. Wer auf völlig neue Geschmacksrichtungen lieber verzichten möchte, muss diese Dinge aber auf jeden Fall von den Lebensmitteln getrennt aufbewahren. Um lebensgefährliche Vergiftungen zu verhindern, sollte zudem alles so verstaut werden, dass kleinere Kinder auf keinen Fall Zugriff darauf haben. Das gilt auch für Haushalte, in denen zumindest gelegentlich Kinder zu Besuch sind.

  1. Karl Leopold von Lichtenfels (Pseudonym): Lexikon des Überlebens. Handbuch für Krisenzeiten. Anaconda Verlag, Köln, 2005 (Original­ausgabe: F. A. Herbig, München, 2000)
  2. Feuchttücher für den Babypo, aber auch, um bei knappen Wasser­vorräten das Händewaschen zu sparen. Alternative: Einweg-Gummihandschuhe.
  3. Handtücher in ausreichender Zahl, um auch einige Zeit ohne Wäsche waschen auszukommen.
  4. Outdoorseife ist zumeist konzentriert und daher ergiebig, eignet sich für Körper­pflege, Textilien, Geschirr etc. und wird ggf. im Erdboden oder in Gewäs­sern vergleichsweise schnell abgebaut.
  5. Z.B. Handbürste, Abwaschbürste, Schuhbürste, Kleiderbürste etc.
  6. Größere Schüssel zum Wäsche waschen bei Stromausfall oder Wasser­knappheit. Alternativen: sehr großer Eimer, Dusch- oder Badewanne.
Autor: Kathrin   
Thema:  Krise, Vorsorge
Veröffentlicht: 30.04.2009, 10:55 Uhr

Mittwoch, 29.April 2009

Vorsorge: 7. Medikamente

Neben einem gut ausgestatteten Erste-Hilfe-Set (Minimum: ein nicht überlagerter KFZ-Verbandskasten) sollte in jedem Haushalt eigentlich schon jetzt eine sorgfältig gepflegte Hausapotheke vorhanden sein, das heißt allem voran, eine Hausapotheke ohne verfallene Medikamente. Pillen aus der Kaiserzeit gehören ins Museum oder müssen in der Apotheke entsorgt werden. Vom Wichtigsten sollte ein kleiner Vorrat vorhanden sein.

In einer Notlage, in der die normale Versorgung einige Zeit unterbrochen ist, braucht man allerdings einen etwas größeren Bestand. Zudem sollten auch einige Medikamente gekauft werden, die sonst normalerweise nicht in jedem Haushalt "herumliegen". Bevor konkrete Vorschläge zu einem solchen Notvorrat folgen, noch einige...

Wichtige Hinweise

Grundsätzlich verordnet Medikamente immer der Arzt! Wenn Sie selbstständig Medikamente gegen bestimmte Beschwerden ein­setzen, müssen Sie genau wissen, was Sie da einnehmen und wie es wirkt! Informieren Sie sich vorher, ob das Medikament auch für Ihr Kind verträglich ist! Schaffen Sie besser gleich speziell für Kinder geeignete Medikamente mit an! Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Mittel für Sie und Ihre Kinder geeignet sind und welche Risiken bestehen!

Informieren Sie sich also über die Wirkungsweisen des Medika­ments! Sehen Sie sich auch mögliche Nebenwirkungen und Wechsel­wirkungen an! Eine Packungs­beilage ist zwar eine mühselige Lektüre, aber zu Ihrer Information sehr wichtig! Kurz: Sie sollten immer wissen, warum, auf welche Art, wie lange und wann ein Mittel angewandt wird! Es gibt keine Medikamente ohne Risiko, selbst die vielgepriesenen Naturprodukte haben immer auch Neben- und Wechsel­wirkungen. Beachten Sie, dass eine andere Person vollkommen anders auf ein Mittel reagieren kann, als Sie selbst! Und nochmal: Denken Sie daran, dass nur ein Arzt die Befugnis dazu hat, Medikamente zu verordnen! Nicht umsonst dauert ein Medizin­studium so lange.

Berücksichtigen Sie auch mögliche Allergien bei sich und Ihrer Familie! Eine allergische Reaktion auf ein Medikament kann eine sehr ernste Komplikation darstellen!

Aufbewahrung

Dass Medizin kindersicher und trocken aufbewahrt werden muss, versteht sich von selbst. (Der Spiegelschrank im Bad ist übrigens in puncto Trockenheit nicht gerade der beste Ort.) Soll sie als Notvor­rat dienen, ist es sinnvoll, die Sachen transportbereit zu verpacken. Alle Familien­mitglieder sollten den Aufbewahrungs­ort kennen. Füllen Sie Medikamente möglichst nicht um! Wenn Sie es doch tun, schreiben Sie unbedingt Name und Verfallsdatum auf die Verpackung und legen Sie die Packungs­beilage dazu!

Grundausstattung

Gegen die nachfolgend genannten Beschwerden würde ich mich rüsten. Dazu habe ich jeweils einige Beispiele von Medikamenten aufgeschrieben, die ich persönlich für diese Fälle parat halte. Diese Liste dient also nur zur Anregung für Ihre individuelle, mit einem Arzt abgesprochene Vorbereitung:

Beschwerden und mögliche Medikamente zur Behandlung
Medikamentenliste (Teil 1 von 2)
Individuell
  • Verordnete Arznei: vom Arzt verschrie­bene, regel­mäßig anzu­wendende Medika­mente
Fieber
  • Aspirin® bzw. ASS: vermindert die Gerin­nungs­fähigkeit des Blutes; nichts für Kinder(!); für mich nicht unbe­dingt das Mittel der Wahl
  • Paracetamol: nur noch in kleinen Packungen frei verkäuflich, da bei Über­dosierung Le­ber­schäden drohen; richtig dosiert aber ein gutes Mittel
Durchfall
  • Kohletabletten: zur Entgiftung des Magen-Darm-Trakts
  • Loperamid: unterdrückt die Darm­tätigkeit
  • Perenterol®: Wirk­stoff ist hier die Hefe Saccha­romyces boulardii; hemmt das Wachs­tum von Durch­fall-Erregern
  • Elektrolyt­gemisch: z.B. Elotrans® oder Oralpädon®; Pulver zum Einrühren in Was­ser bei starkem Flüssig­keits-/Salz­verlust
Schmerzen
  • Ibuprofen: meist gut verträg­liches Schmerz­mit­tel; wirkt auch ent­zündungs­hemmend und fieber­senkend
  • Paracetamol: siehe Fieber
Übelkeit
  • Reisetabletten: Wirkstoff Dimen­hydrinat; der Wirk­stoff Metoclo­pramid ist dagegen rezept­pflichtig
Allergie
  • Fenistil®: Wirkstoff Dime­tinden; als Gel zur äußerlichen Anwen­dung z.B. bei Insek­ten­stichen und als Dragees zum Ein­nehmen
Verstauchungen
  • Schmerzgel: z.B. Diclo­fenac-Gel
Wunden
  • Octenisept® oder Beta­isodona-Lösung: zur Wund- und Schleim­haut­des­infek­tion
  • Wundsalbe: für ober­flächli­che Ver­let­zungen; be­schleu­nigt den Hei­lungs­prozess; z.B. Bepan­then®
Verbrennungen
  • sterile Gel­kompres­sen: z.B. Water-Jel Kom­pressen; gibt es als soge­nannte "Burn-Kits" oder einzeln, sind aber recht teuer; sonst herkömmliche Brand­wunden­verband­tücher, am besten be­schich­tete
Läuse
  • z.B. Nyda®; auf ältere Mittel sprechen die lieben Tier­chen kaum noch an
Unterzuckerung
  • Trauben­zucker als schnelle Ener­gie­reserve
Erkältung
  • Halstabletten: Doritricin® oder Anaesthe­sin®-Pastillen
  • Heil­pflanzenöl zum Inhalieren: sparsam dosier­tes, reines Tee­baum­öl[1] ist hier mein Favo­rit
  • GeloMyrtol®-Kapseln: fördern die Schleim­lösung
  • Lapacho-Rinde[2]: vor allem als Tee; wirkt u.a. leicht anti­bio­tisch, stärkt das Immun­sys­tem, be­schleu­nigt die Heilung
Sodbrennen
  • Luvos®-Heilerde (Pulver zum Ein­nehmen)

Antibiotika

Bei Infektionen rettet ein sogenanntes Breitband­antibiotikum in Tablettenform manchmal Leben, wenn längere Zeit keine Hilfe erreichbar ist. Falsch angewandt kann es aber auch ziemlichen Schaden anrichten. Hier sollte mit dem Arzt besprochen werden, was er empfiehlt. Um Irritationen zu vermeiden, kann man z.B. fragen, welches Mittel man als Vorsorge auf eine längere Urlaubsreise in ein Gebiet mit fragwürdiger medizinischer Versorgung mitnehmen kann.

Unter Umständen hat Ihr Arzt eine Probepackung vorrätig oder er verschreibt Ihnen das Antibiotikum. Notfalls kann er Ihnen ein Privatrezept ausstellen. Dann müssen Sie das Mittel kaufen. Je nach Medikament kann die Preisspanne hier von ca. 10 bis 200 Euro und mehr reichen, es wird also eine der teureren Anschaffungen im Medizinvorrat. Häufig werden eingesetzt:

Beschwerden und mögliche Medikamente zur Behandlung
Medikamentenliste (Teil 2 von 2)
Infektionen
  • Penicillin: eines der älte­sten Anti­bio­tika; viele Bakte­rien haben inzwi­schen Resis­ten­zen darauf ausge­bil­det; Aller­gien auf Peni­cillin sind zudem nicht selten und oft lebens­bedroh­lich
  • Cefalexin: halb­synthe­tisches Anti­bio­tikum; wirkt ähn­lich wie Peni­cillin
  • Erythromycin: eine natür­liche, meist gut ver­träg­liche Alter­native zu Peni­cillin
  • Azithromycin: z.B. Zithromax®, Azibact® oder Ultreon®
  • Ciprofloxacin: Ciprobay® oder Ciproxin®

Die Packungsgröße umfasst meist 10 Tabletten oder Kapseln und muss bis zum Ende eingenommen werden. Die oben genannten Mittel kosten zwischen 10 und 30 Euro.

Ergänzende Produkte

Neben dem medizinischen Notvorrat im engeren Sinne sollte man außerdem im Haus haben:

Ergänzung zum medizinischen Notvorrat
Sonstiges
Sonnencreme (hoher Lichtschutzfaktor)
Hautpflegecreme
Lippenbalsam
Insektenschutz (z.B. Autan® oder Anti Brumm®)
Pinzette mit feiner Spitze[3]
Fieberthermometer

Bedarfskalkulation

Von den Medikamenten ist es sinnvoll, soviel für den echten Notfall zu haben, dass eine erwachsene Person die Höchstdosis über die maximal erlaubte Zeit einnehmen kann und für die übrigen Personen im Haushalt noch etwas da ist. Z.B. von Paracetamol 500 mg darf ein Erwachsener (ab 43 kg Körpergewicht) maximal 8 Tabletten pro Tag nehmen und dies laut Packungsbeilage bis zu 3 Tage lang, dann sollte wegen der Beschwerden ein Arzt aufgesucht werden. Es müssen also mehr als 24 Tabletten vorrätig sein. Natürlich müssen alle Medikamente, die Ihnen der Arzt zur regelmäßigen Anwendung verordnet hat, ebenfalls ausreichend vorhanden sein!

Weitere Informationen

  • DeutscheInternetApotheke.de: Auf der Webseite dieser Online-Apotheke kann man zu den meisten Medikamenten alle wichtigen Daten wie Wirkungs­weise, Dosierung, Neben­wirkungen usw. nachschlagen.
  • Onmeda.de :: Medikamente: Unter dieser Adresse findet man Infor­mationen dazu, welche Medikamente bei be­stimmten Beschwerden eingesetzt werden können.
  • Onmeda.de :: Antibiotika Hier werden Wirkung und Art der verschie­denen Antibiotika beschrieben.
  1. Achtung: Teebaumöl wird leider oft gepanscht! Bitte nur 100%ig reines austra­lisches Teebaumöl (Melaleuca alternifolia) aus der Apotheke oder aus dem Outdoorladen verwenden! Dosierung zur Inhalation: ca. 3 bis 4 Tropfen.
  2. Lapacho-Rinde aus Qualitäts­gründen bitte im Weltladen, Reformhaus oder Teeladen kaufen! Zubereitung von Lapacho-Tee: etwa 2 Esslöffel bzw. 5 Teelöffel Rinde des Lapacho­baumes auf 1 Liter Wasser, 10 min offen kochen (kein Aluminiumtopf!), dann 10 min abgedeckt ziehen lassen, danach abgießen. Maximal 4 Wochen lang täglich etwa 1 Liter Tee warm trinken.
  3. Z.B. zum Entfernen von Splittern und Zecken; vor Gebrauch desinfi­zieren!
Autor: Martin Hahn   
Thema:  Krise, Vorsorge
Veröffentlicht: 29.04.2009, 17:38 Uhr

Donnerstag, 23.April 2009

Vorsorge: 6. Kochen

Wenn der Kampf Reiskorn gegen Zahn im Krisenfall nicht plötzlich zugunsten des Reises entschieden werden soll, braucht man eine unabhängige Möglichkeit zum Kochen. Unabhängig heißt in diesem Zusammenhang: Nicht angewiesen auf die öffentliche Strom- und Gasversorgung. Welche Möglichkeiten gibt es dafür?

Ofen

Auf Kohleöfen mit einer gusseisernen Deckelplatte kann man in aller Regel ganz gut kochen, wenn auch - aus Platzgründen - meistens nur mit einem einzelnen Topf. Wer ohnehin einen solchen Ofen nutzt, oder gar einen guten alten Küchenherd mit Holzfeuerung sein Eigen nennt (Schornstein­anschluss prüfen lassen!), muss also nach einem erfolgreichen Probelauf nur noch das nötige Brennmaterial besorgen. Einziger Haken: Im Hochsommer kommt man beim Kochen ganz schön ins Schwitzen.

Propangaskocher

Wer im Fall der Fälle zumindest auf 2 Flammen ungestört weiter kochen will wie gewohnt, für den ist ein Propangaskocher die optimale Lösung. Doch Vorsicht: Die meisten Campingkocher für Propangasflaschen sind aus Sicherheits­gründen nicht für Innenräume zugelassen (DIN EN 30). Da mit dem explosiven Gas nicht zu spaßen ist, sollte man sich besser an die Vorgaben halten und mit Campingkochern ohne Zulassung für geschlossene Räume tatsächlich nur im Freien oder im Zelt kochen. Einer der vernünftigsten Herde mit Innen-Zulassung scheint der weiße "Camping Kitchen Haushalts­kocher" von Campingaz zu sein. Er schlägt allerdings mit rund 100 Euro zu Buche. Dazu käme dann noch der externe Druckminderer für 6 bis 7 Euro. Wer einen alten Erdgasherd im Keller stehen hat, kann aber vielleicht auch den kostengünstig auf Propangas umrüsten lassen.


© magicpen / Pixelio :: Propangaskocher

Gekocht werden kann gleichermaßen mit Propan oder dem etwas leistungsstärkeren Butan. Butan macht allerdings bei Temperaturen unter 5ºC langsam schlapp. Die meist kleineren Butanflaschen sind gewöhnlich blau, Propangas­flaschen normalerweise rot (Pfand­flaschen) oder grau (Eigentums­flaschen). Daneben gibt es bei manchen Gashändlern noch halbtransparente Kunststoff­flaschen (z.B. von Primagas). Die sind etwas teurer, rosten aber dafür nicht, sind deutlich leichter, und man kann ohne weiteres sehen, wieviel Gas sich noch in der Flasche befindet. Um den ungefähren Füllstand zu ermitteln, muss man sich bei den undurchsichtigen Metallflaschen dagegen schon mit nicht besonders zuverlässigen Gasstands­anzeigern oder einer Waage herumschlagen. Generell würde ich Pfandflaschen den Vorzug geben, da man sich dann nicht selbst um die Wartung zu kümmern braucht.

Achtung: Butan- und Propangas­flaschen dürfen auf keinen Fall unter Erdniveau (also z.B. im Keller) gelagert oder betrieben werden! Diese Gase sind schwerer als Luft. Wenn sie aus einer undichten oder schlecht zugeschraubten Flasche entweichen und selbst bei geöffneten Türen oder Fenstern nicht abziehen können, sammeln sie sich. Knipst man dann das Kellerlicht an, hebt sich gleichzeitig das ganze Haus kurz an.

Outdoorkocher: allgemein

Diese meist einflammige, auf kleines Packmaß und geringes Gewicht getrimmte Kocherklasse aus dem Outdoor­laden ist für den Gebrauch im Freien oder im Wohnzelt konzipiert. Das Kochen auf der Terrasse oder im Garten kann bei Kälte oder Regen allerdings etwas ungemütlich werden. Für dieses Variante sollte man also schon ein bisschen Abenteuerlust aufbringen.

Outdoorkocher: Gas

Am saubersten und unkompli­ziertesten kocht es sich mit Gaskartuschen. Einen Kartuschen­kocher kann man im Notfall sogar auf eine feuerfeste Unterlage stellen und unter Aufsicht in der Wohnung betreiben. Allerdings muss man sich auch mit genügend Kartuschen bevorraten. Und die sind nicht ganz billig. Wichtig zu wissen ist, dass es - von einigen Exoten abgesehen - drei verbreitete, untereinander nur per Adapter kompatible Kartuschen­systeme gibt: Stech­kartuschen, Bajonett­kartuschen und Schraub­kartuschen. Interessant ist darüber hinaus, dass der Gasdruck bei Temperaturen unter 0ºC meist schwächelt und die Kartusche einer vorherigen Aufwärmaktion bedarf.

Outdoorkocher: Spiritus

Alkohol- bzw. Spirituskocher sind wartungsfrei und billig im Betrieb, stellen aber dafür (selbst auf einer feuerfesten Unterlage) eine gewisse Gefahr beim Kochen in der Wohnung dar. Hier sollte man nach draußen ausweichen. Außerdem ist zu bedenken, dass die meisten Spirituskocher ohne Druck arbeiten und die Zubereitung eines normalen Mittagessens daher zur Geduldprobe werden kann. (Dasselbe gilt in noch höherem Maße für Trockenbrennstoff-Kocher, die mit Esbit, Spiritusgel, Brennpaste o.ä. befeuert werden.) Einen ziemlich brauchbaren Spiritusbrenner kann man sich übrigens auch selbst bauen (vgl. Pluennenkreuzer.de und Vivalranger.com).

Achtung: Niemals einen noch heißen oder gar brennenden Spiritus­kocher nachfüllen! Andernfalls riskiert man eine explosive Stich­flamme, die in Einzel­fällen schon tödliche Folgen hatte. Wenn das Kochen nicht unterbrochen werden soll, lieber einen Zweit­brenner in Betracht ziehen!

Outdoorkocher: Benzin & Co.

Diesel-, Kerosin-, Petroleum- und Benzinkocher sind eher etwas für hartgesottene Zeitgenossen mit technischen Verständnis und Freude am Basteln. Beim Betanken holt man sich schnell Stinkefinger und auch im Betrieb stänkert und rußt der Kocher vor sich hin. Zwar kann man diese Neben­erscheinungen mit gereinigtem Brennstoff aus dem Outdoorladen deutlich verringern. Doch um die regelmäßige Düsenreinigung und eine gelegentliche Generalreinigung, bei der man den Kocher komplett auseinander schraubt, kommt man dennoch nicht herum. Außerdem verbietet sich das Kochen in Innenräumen. Schon der Geruch und die Möglichkeit einer plötzlichen Stichflamme allein wären ausreichende Argumente dagegen. Doch zudem sind die Abgase auch noch giftig! Vorteil: Treibstoff­nachschub ist vergleichsweise einfach und billig zu beschaffen. Berücksichtigen sollte man aber, dass die Brennstoff­lagerung in der Wohnung ein Sicherheits­risiko darstellt und mit Kindern im Haushalt eher ausscheidet. Beim Kauf eines solchen Kochers bitte gewissenhaft über die verwendbaren und empfohlenen Brennstoffe informieren!

Outdoorkocher: Verbrauch

Wieviel Brennstoff man verbraucht, variiert natürlich abhängig von Kochgewohnheiten, Topfgröße, Deckel­benutzung, Wind(schutz), Lufttempe­ratur, Wasser­temperatur und Kochermodell ganz erheb­lich. Man sollte deshalb den ungefähren Bedarf an Gaskartuschen, Spiritus oder Benzin selbst ermitteln. Hier dennoch ein grober, eher reichlicher Richtwert für eine Person, die jeden Tag eine warme Mahlzeit zubereitet (nicht nur aufwärmt) und zweimal Tee kocht. Zu beachten ist dabei, dass eine zweite Person den Verbrauch nicht verdoppelt. Ich würde für 2 Personen, die gemeinsam kochen, höchstens 1½ mal soviel Brennstoff rechnen wie für 1 Person.

jeweilige Brennstoffmenge für 1 Person für 30 Tage
Brennstoff für Campingkocher
Butan/Propan (70/30) 4000 Gramm
Spiritus (94%) 7,5 Liter
Benzin oder Petroleum (gereinigt) 4,5 Liter

Holzfeuer

Wer sich keinen Kocher zulegen mag, der kann vielleicht an einem dafür geeigneten Plätzchen auf einem Holzfeuer kochen. Schichtet man gröbere Scheite flach und regelmäßig, lässt sich ein Kochtopf aus Edelstahl direkt auf dem brennenden Holz abstellen. Das funktioniert selbstverständlich auch im offenen Kamin. Der Topf wird dabei außen freilich sehr schwarz. Übrigens gilt: Je feuchter das Holz, umso schwärzer der Topf.

Achtung: Kein Holzfeuer in geschlossenen Räumen ohne direkten Rauchabzug entfachen! Da lauert nämlich schon eine gefährliche Rauch­vergiftung unterm Sofa.

Hobo-Ofen

Mit wesentlich weniger Holz kommt man aus, wenn man sein Essen auf einem Hobo-Ofen zubereitet. Diese erstaunlich effiziente Erfin­dung amerikanischer Wanderarbeiter kann man in einer faltbaren Version für viel Geld im Outdoorgeschäft erwerben oder in wenigen Minuten aus einer großen, stabilen Konservendose selbst zurecht schneiden. Wie man das anstellt, wird auf Scout-o-wiki.de recht anschaulich erklärt.

Gulaschkanone

Ausschließlich für den Außeneinsatz eignet sich eine Gulaschkanone. Sie ist zwar vor allem für die Zubereitung von Suppen und Glühwein bekannt, doch im Grunde kann darin alles gekocht werden. Von ihrer Konzeption her taugt sie allerdings oft nicht zum Braten und ist daher wesentlich weniger universell als die meisten anderen Koch­gelegenheiten. Beheizt wird eine konventionelle Gulaschkanone mit Holz oder ähnlichen brennbaren Natur­materialien.

Grill

Sogar der gemeine Holzkohlegrill taugt als improvisierter Herd. Auf dem Rost lässt sich neben Fleisch, Wurst und Fladenbrot auch Fisch äußerst schmackhaft garen. Damit er nicht durchs Gitter fällt, unterlegt man ihn mit geölter Alufolie. Und wenn danach noch genügend Hitze übrig ist, stellt man den Topf mit Kartoffeln direkt auf die Glut. Natürlich muss man sich dafür rechtzeitig um einen größeren Vorrat an Holzkohle kümmern und ihn trocken einlagern. Achtung: Auch glühende Holzkohle entwickelt oft Kohlenmonoxid und gehört wegen drohender Vergiftungen nach draußen.

Backofen

Soll das Backen von Brot, Kuchen, Aufläufen etc. im Krisenfall nicht zum Problem werden, können Gartenbesitzer im Vorhinein über den Bau eines Außenbackofens nachdenken. Doch auch bei akutem Bedarf lässt sich mit einer Sammlung Ziegel oder Steine noch ein ziemlich brauchbarer Behelfs­backofen errichten. Bauan­leitungen dafür findet man in den meisten guten Survival-Büchern (mehr zum Thema Bücher später in einem eigenen Artikel).

Solarofen

Wenn man in sein Auto steigt, nachdem man es für eine halbe Stunde in der prallen Sommersonne geparkt hatte, kann man es sich lebhaft vorstellen: Auch mit normalem Sonnenlicht lässt sich im Sommer bei günstigem Wetter kochen. Dazu braucht es nicht viel außer Kartons, schwarzer Wandfarbe, Alufolie und etwas Bastel­freude. Die erreichbaren Temperaturen liegen normalerweise zwischen 100 und 120ºC. Bauanleitungen findet man z.B. unter Solarcooking.org oder Landeshajk.de

Danke für den Tipp, Andreas!

Autor: 2beers   
Thema:  Krise, Vorsorge
Veröffentlicht: 23.04.2009, 23:39 Uhr

Dienstag, 21.April 2009

Vorsorge: 5. Frisches

Reichhaltiger und leckerer wird das Essen im Krisenfall, wenn man die Vorräte aus der Kiste noch mit frischen Zutaten aus eigenem Anbau ergänzt. Wer einen Garten hat, könnte zum Beispiel über Möhren, Kartoffeln oder Kürbis nachdenken. Sie sind sehr einfach anzubauen und können in einem kühlen, dunklen Raum recht lange gelagert werden. Möhren halten sich am besten, wenn man sie zudem in einen mit Sand gefüllten Eimer steckt.

Auch Kohl kann im Garten angepflanzt werden, wenn man schneller ist als die vielen verfressenen Schnecken. Mit Weißkohl und Salz lässt sich ohne großen Aufwand Sauerkraut selbst herstellen, das man problemlos bis zur nächsten Ernte lagern kann.

Nun stellt sich aber die Frage, woher man das Saatgut nehmen soll. Es gibt im Frühjahr Saatkartoffeln zu kaufen, im Prinzip kann man aber jede wohlschmeckende Kartoffel verwenden, die beim Lagern nicht mit Keimhemmern wie Keimstop® bzw. Neo-Stop® behandelt wurde. Gekaufte Gemüsesamen[1] sind je nach Sorte 2 bis 10 Jahre keimfähig.

Wer aus dem geernteten Gemüse selbst Samen gewinnen möchte, wählt zunächst die gesündesten und kräftigsten Pflanzen aus und wartet, bis die Samen reif sind. Dann erntet man sie bei gutem Wetter und lässt sie ca. eine Woche im Haus trocknen. Gelagert werden sie am besten kühl, trocken und dunkel in kleinen Papiertüten. F1-Hybriden eignen sich übrigens nicht zur Weiter­vermehrung, denn deren gereifte Samen liefern meist einen sehr schlechten Ertrag. Das sollte man schon beim Kauf von Samen oder Jungpflanzen bedenken. Ob es sich um F1-Hybriden handelt, kann man nämlich normalerweise der Packung oder dem beigefügten Schildchen entnehmen.

Wer keinen Garten hat, muss dennoch nicht auf frische Kost verzichten, sondern kann sich Keimlinge und Sprossen in der Fensterbank ziehen (vgl. Bongusto.de oder Oekolandbau.de). Sie dienen auch im Winter als leckere Vitamin- und Mineralstoffspender. Dafür eignen sich u.a. die Samen von Kresse, Rucola, Radieschen, Brokkoli, Bohnen, Linsen und Getreide. Am besten verwendet man spezielle Keimsaaten aus biologischem Anbau. Sie werden in Wasser eingeweicht, immer feucht gehalten und zweimal täglich mit frischem Wasser gespült.


© Sigrid Rossmann / Pixelio :: Kressefeld

Es gibt verschiedene Keimgläser und Keimgeräte[2] (BioSnacky, Sprossen-Toni etc.), die die Keimzucht deutlich erleichtern und nicht viel kosten. Für Kresse reicht auch ein Schälchen mit feuchter Watte in der Fensterbank, vorzugsweise in einem Nordfenster. Gegessen werden die Sprossen als frischer Salat, als blanchiertes Gemüse oder einfach aufs Brot gestreut. So eine Sprossenzucht ist nebenbei auch für Kinder sehr spannend!

Weitere Links zum Thema:

  1. Preiswerte Bezugsquelle für Gemüsesamen: Saatkontor.de
  2. Keimgeräte wie BioSnacky oder Sprossen-Toni können u.a. über die Web­seiten Teetraeume.de und Bauermuehle.de bezogen werden.
Autor: Kathrin   
Thema:  Krise, Vorsorge
Veröffentlicht: 21.04.2009, 21:56 Uhr

Montag, 20.April 2009

Vorsorge: 4. Vorratslagerung

Einen guten Grundvorrat für 30 Tage einzukaufen ist - sofern man rund 70 Euro erübrigen kann - ein Leichtes. Schon etwas kniffliger wird die nächste Frage: Wohin mit den Nahrungsmitteln?

Ort: kühl und trocken

Der optimale Lagerraum bleibt ganzjährig in einem Temperatur­bereich zwischen 10 und 15ºC, ist eher dunkel, sehr trocken und hochwasser­sicher. Viele Keller- und Vorratsräume erfüllen diese Kriterien. Verfügt man über keinen solchen Raum, muss man Kompromisse eingehen. Ein spärlich beheiztes Zimmer mit Fenstern nach Norden (z.B. Schlafzimmer) kann sich ebenso eignen wie der Flur. Wichtig: Der Lagerplatz muss ganztägig im Schatten liegen, die Temperatur oberhalb des Gefrierpunktes bleiben und einigermaßen stabil sein. Große Temperatur­schwankungen in kurzer Zeit lassen Kondenswasser entstehen und sorgen damit zeitweise für zuviel Feuchtigkeit. Eine Aufsplittung des Vorrates in empfindlichere Teile (z.B. Kartoffeln, Mehl, Zwieback) und robustere Posten (z.B. Konservendosen, Honiggläser und Tetrapaks mit Saft) und die entsprechend getrennte Lagerung ist selbstver­ständlich möglich.

Aufbewahrung: dunkel, schädlingsdicht, atmungsfähig

Zur schädlingssicheren Verwahrung des Notvorrates empfehle ich eine oder mehrere stapelbare Kisten - vorzugsweise Aluminium­kisten mit verstärkten Kanten. Mäuse und Ratten fressen sich mühelos durch Holz und scheuen sich auch vor dünnem Plastik nicht. Aluminium dagegen schlägt ihnen auf den Appetit.

Die (leider teure) Luxus-Variante ist eine Transportbox der Firma Zarges mit umlaufender Silikondichtung, die aber aus Belüftungs­gründen nicht bis zum Rand mit Lebensmitteln vollgestopft werden sollte. Eine Zarges-Box ist weitgehend staubdicht und kann die Notreserve sogar vorüber­gehend vor einem Was­ser­einbruch schüt­zen. Da die Bundeswehr in den letzten Jahren ihre Kranken­haus­depots abgebaut hat, sind derzeit etliche ge­brauchte, aber gut erhaltene Sanitätskisten mit unterschiedlichem Fassungs­vermögen erhältlich. Gewöhnlich handelt es sich um (stabilere) Militär­ausführungen einer Zarges-Box[1].

Alternativen zur Kiste sind z.B. lebensmittel­taugliche Transport­tonnen[2] aus dem Outdoor-Laden (auch die kann man gebraucht[3] kaufen) oder Hobbocks und Honigeimer[4] vom Imker. Natürlich kann man seine Vorräte auch in Kartons verstauen oder ganz offen lagern, nur ist das leider nicht sehr sicher. Für 2-3 Personen empfehle ich übrigens etwa 240 Liter Stauraum.


© Uwe Steinbrich / Pixelio :: Abgeschlossen

System: kaufen → ersetzen → verbrauchen

Damit die Notfallreserve immer frisch bleibt, sollte man sie ganz normal verbrauchen. In der Praxis sieht das so aus: Wenn ich eine Tüte Brotmehl brauche, kaufe ich sie ein. Statt nun aber die neue Tüte zu verbrauchen, nehme ich die älteste Tüte Brotmehl aus meinem Vorrat und ersetze sie mit der eben gekauften. So vermeide ich das Überaltern der Vorräte und verringere auch die Gefahr, dass sich Vorrats­schädlinge unentdeckt quer durch die Lebensmittel futtern. Um den Überblick zu behalten, ist eine bleistift­geschriebene Vorratsliste mit eingetragenem Verfalls- bzw. Kaufdatum sehr nützlich.

Schädlinge: search and destroy

Je länger, ruhiger und unkontrollierter die Vorräte auf ihren Einsatz warten, umso mehr steigt das Risiko von Schädlingsbefall. Kriechen uns bei der monatlichen Inventur des Lagerbestandes blasse Würmlein oder braune Käferchen entgegen, oder flattern im Vorratsraum kleine graue Nachtfalter (Motten) herum, ist Gefahr in Verzug! Auch Krümelspuren, feinste Spinnweben und einzelne schwarze "Kümmelkörner" (Mäusekot) sind Alarmzeichen! Jetzt muss man vor allem die Verpackungen aus Papier, Pappe oder Folie genauestens auf Schäden untersuchen, nach der Quelle der unwill­kommenen Gäste fahnden und das Biotop gründlich ausmerzen! Gegen Motten hilft eine Pheromonklebefalle, die es gewöhnlich in den größeren Supermärkten und Kaufhäusern mit Drogerieabteilung gibt. Doch Achtung: Bei offenem Fenster können damit auch neue Motten herein gelockt werden. Gegen Mäuse hilft eine Mausefalle, bestückt mit einem geschälten Sonnenblumen­kern, einem ganz kleinen Stück Käse oder einem mittelgroßen Krümel Schokolade. Solche Appetit­häppchen reizen Mäuse mehr als eine ganze Mahlzeit. Weitere Informationen zu Schädlingen findet man z.B. unter Schaedlingshotline.de

Tipp: Fenster im Vorratsraum sollten mit Fliegengaze versehen werden, um Insekten von draußen den Zutritt zum Vorrat zu verwehren. Doch wie der ausgefuchste Hasenzaun im Film Phenomenon sind auch hermetisch dichte Fenster und Türen, schädlingssichere Verpackungen und peinliche Sauberkeit auf Reinraumniveau kein Garant für insektenfreie Vorräte. Denn meistens reisen die unangenehmen Tierchen als blinde Passagiere in der Tüte mit ins Vorratsquartier. Bereits beim Einkauf sollte man daher durchsichtige Verpackungen genau inspizieren. Doch völlige Sicherheit bietet auch dies nicht. Das trojanische Pferd der Insekten sind nämlich ihre Eier. Und die können wirklich winzig sein. Um eine regelmäßige Kontrolle der Lebensmittel kommt man also nicht herum.

  1. z.B. gebrauchte Zarges Transportkiste A20Y, 240 Liter (ca. 150 €)
  2. z.B. neue VauDe/Relags Transporttonne 68,5 Liter (ca. 60 €)
  3. z.B. gebrauchte Transporttonne, 42 Liter (ca. 40 € bzw. 10 €)
  4. z.B. lebensmittelechter Hobbock für 40kg Honig, 28 Liter (ca. 6 €)
    oder lebensmittelechter Hobbock, 33 Liter (ca. 10 €)
Autor: 2beers   
Thema:  Krise, Vorsorge
Veröffentlicht: 20.04.2009, 23:54 Uhr

Sonntag, 19.April 2009

Vorsorge: 3. Trinken

So leicht, wie es in unserem Supermarkt-System zu Lebensmittel­engpässen kommt, bricht die Trinkwasser­versorgung natürlich nicht zusammen. Dafür kommen wir normalerweise mehrere Wochen ohne Essen aus, aber nur einige Tage ohne Trinken.

Flüssigkeitsbedarf

Zu einem ordentlichen Notvorrat gehören deshalb auch Getränke. Mediziner empfehlen, täglich etwa 2 Liter zu trinken. Da das aber bei Sommerhitze und körperlicher Betätigung eher ein bisschen knapp kalkuliert sein kann, und zum Kochen zusätzliches Wasser vonnöten ist, sollte man ruhig 3 Liter Flüssigkeit pro Person und Tag rechnen. Dafür eignen sich vor allem Mineral­wasser­flaschen und Tetrapaks.

Hier als Vorschlag ein ausgewogener 30-Tage-Vorrat an Getränken für eine erwachsene Person:

30-Tage-Vorrat für einen Erwachsenen
Getränke
40 l Mineralwasser, evtl. natriumarm
40 l Stilles Wasser, mineralienarm
12 l Fruchtsaft
500 g Kaffee
250 g Schwarzer Tee

Leitungswasser

Zum Kochen von Tee, Kaffee oder einer warmen Mahlzeit eignet sich Mineralwasser übrigens nur bedingt. Der Geschmack wird nämlich etwas eigenartig. Man kann aber auch normales Leitungswasser bevorraten. Dazu benötigt man lebensmittel­echte Wasserkanister[1] oder ein Trinkwasser­fass[2] und Wasserentkeimer[3] in Form von Tabletten oder Tropfen auf Silberionen-Basis. Beides bekommt man in Outdoor- und Trekking­geschäften. Nach der anleitungs­gemäßen Benutzung eines solchen Sterilisations­mittels bleibt das Wasser für rund 6 Monate absolut trinkfähig. Den Geschmack beeinträchtigt die Entkeimung dabei nur, wenn der Wasserentkeimer zusätzlich zu den Silberionen noch Chlor enthält. Chlor dient aber lediglich dazu, die notwendige Wirkzeit bis zur Trinkbarkeit des Wassers von 2 Stun­den auf ½ Stunde zu verkürzen und ist für unsere Zwecke (Langzeit­konservierung) daher überflüssig.

Glas oder Plastik?

PET-Flaschen scheinen gegenüber Glasflaschen den Nachteil zu haben, dass sich synthetische Hormone aus dem Plastik lösen. Dafür kann man mit ihnen bei Sonnenschein im Sommer Wasser aus der Natur nach der SODIS-Methode kostenlos desinfizieren. Dazu filtert man aus dem Wasser zunächst die Schwebstoffe heraus, indem man es durch ein Tuch (auch Hemd oder T-Shirt), einen Teestrumpf oder einen Kaffeefilter in die Flaschen gießt. Ist eine Flasche zu ¾ voll, schüttelt man sie 20 Sekunden lang kräftig durch und füllt sie dann erst weiter auf. Danach legt man die vollen Flaschen gut verschlossen im Freien auf eine sonnige Fläche. Den Entkeimungs­dienst übernimmt dann das UV-Licht. Nach etwa 6-12 Sonnenstunden sind schädliche Mikroorganismen im Wasser getötet. Steht genügend Brennstoff zur Verfügung, kann man das Wasser alternativ auch 10 Minuten kochen. Achtung: Chemische Verun­reinigungen (Düngemittel, Industrierückstände etc.) werden mit beiden Metho­den nicht entfernt.

Wasserfilter

Wer im Notfall Wasser aus der Natur professionell und zuverlässig in Trinkwasser verwandeln möchte, dem sei ein transportabler Keramik-Wasserfilter[4] mit Aktivkohle­einsatz empfohlen. Solche Filter gibt es ebenfalls in Outdoor-Läden, kosten aber eine Stange Geld und reinigen mit der integrierten Filterkerze "nur" einige Tausend Liter. Ersatz­filterkerzen kosten noch einmal etwa halb so viel wie das Gerät selbst. Tipp: Um eine fortwährende Verstopfung und nachfolgende Reinigung des Keramikfilters zu vermeiden und die Lebensdauer zu erhöhen, kann man das Ansaugrohr mit einem Kaffeefilter, einem Teestrumpf o.ä. schützen und damit gröbere Verschmutzungen schon vor dem Keramikfilter abfangen.

Einige weitere Methoden, um im Notfall an Trinkwasser zu kommen, finden sich in jedem guten Survival-Handbuch (Literatur­empfeh­lungen später in einem eigenen Beitrag).

  1. Trinkwasserkanister: z.B. Promens Faltkanister, 10 Liter (ca. 6 €)
  2. Trinkwasserfass: z.B. Curtec Weithalsfass, 65 Liter (ca. 65 €)
  3. Wasserentkeimer: z.B. Micropur Classic Flüssig für 300 Liter (ca. 7 €)
  4. Wasserfilter: z.B. MSR Mini Works EX für 2000 Liter Wasser (ca. 105 €)
Autor: 2beers   
Thema:  Krise, Vorsorge
Veröffentlicht: 19.04.2009, 23:40 Uhr

Eine einfache und sehr billige Vorratsalternative sind übrigens die sogenannten "Basic Four" der Mormonen. Ein reichlich bemessener Jahresvorrat für einen Erwachsenen, wie er im Lexikon des Überlebens[1] empfohlen wird, sähe folgendermaßen aus (die ange­gebenen Mengen können natürlich auch auf einen Monatsvorrat herunter gerechnet werden):

Jahresvorrat für einen Erwachsenen
Mormon Basic Four
170 kg Weizenkörner, getrocknet/dehydriert
45 kg Zucker und/oder Honig
45 kg Magermilchpulver
6 kg Salz (trocken unbegrenzt haltbar)

Getrockneten Weizen bekommt man bei vielen Mühlen und manchen Bauern. Der Vorteil ganzer Körner besteht darin, dass sie nicht so schnell ranzig werden wie Mehl.

Die Haltbarkeit von (ungeöffnetem) Magermilchpulver wird auf der Verpackung meist mit 2 Jahren angegeben. Bei kühler Lagerung hält es sich aber deutlich länger. Getrocknete Getreidekörner und Zucker sind bei kühler, trockener Lagerung jahrzehntelang haltbar. Trocken auf­bewahrtes Salz und Honig halten sich praktisch unbegrenzt.

Zu beachten ist noch folgendes: Bei dieser Art der abwechslungs­armen Bevorratung benötigt man ein bisschen Kreativität für die Zubereitung. Weiterhin braucht man natürlich Wasser, eine einfache, stromunabhängige Getreidemühle[2] (leider nicht ganz billig), optional eine Getreide­quetsche, eine Koch­gelegenheit (evtl. auch draußen) und einen trockenen, kühlen und vor Schädlingen geschütz­ten Lagerort - zumindest für das Getreide.

  1. Karl Leopold von Lichtenfels (Pseudonym): Lexikon des Überlebens. Handbuch für Krisenzeiten. Anaconda Verlag, Köln, 2005 (Original­ausgabe: F. A. Herbig, München, 2000)
  2. Eine vergleichsweise preiswerte Bezugsquelle für Getreidemühlen und -quetschen ist Der-Bioladen.de
Autor: 2beers   
Thema:  Krise, Vorsorge
Veröffentlicht: 19.04.2009, 15:48 Uhr

Samstag, 18.April 2009

Vorsorge: 1. Lebensmittelvorrat

Die deutschen Katastrophen­schutzbehörden raten ja prinzipiell dazu, einen Notvorrat für 1 bis 2 Wochen im Haus zu haben. Ich halte es angesichts der aktuellen Situation für vernünftig, diese Reserve bis zum Ende der Krise vorübergehend auf einen 30-Tage-Vorrat aufzu­stocken.

Im Lexikon des Überlebens[1] ist eine durchdachte und praxis­erprobte Liste für einen Jahresvorrat an Lebensmitteln zu finden, die ich hier auf einen Monatsbedarf für einen Erwachsenen umgerechnet und um eine sinnvolle Menge Kartoffeln ergänzt habe:

30-Tage-Vorrat für einen Erwachsenen
Kohlehydratreiche Nahrung Eiweißreiche Nahrung
3 kg Mehl 1 kg Dosenfleisch
1 kg Grieß 1 kg Milchpulver[2]
3 kg Reis 2 kg getr. Hülsenfrüchte
3 kg Teigwaren (Nudeln etc.) 500 g Dosenfisch
250 g Haferflocken 250 g Volleipulver[2]
1 kg Zucker 200 g Räucherkäse
500 g Honig
1 kg Zwieback/Knäckebrot
2 kg Kartoffeln
Salz und Vitamine Fette und Öle
500 g Salz 1 l Speiseöl
Multivitamintabletten
30 g Ascorbinsäure

Der Autor empfiehlt zur Erweiterung des Basis-Vorrats noch folgende haltbare Nahrungsmittel, die ich im Baby-Bereich angepasst habe:

Optionale Ergänzung zum 30-Tage-Vorrat
Zusätzlich empfehlenswerte Lebensmittel
Dehydrierter Weizen Müsli
Dörrobst Nüsse
Dosengemüse Obstkonserven
Essig Puddingpulver
Fertiggerichte Pulverkaffee
Fleischbrühe Schokolade
Gewürze Senf
Hefeflocken Suppenwürfel
Kakao Tee
Kaffee Tomatenmark
Kartoffel- oder Maisstärke Trockenhefe
Maisgrieß Weizengrieß
Speziell für Babys und Kleinkinder
Baby-Milchpulver Zwieback
Fläschchen, Sauger (passend) Getreideschmelzflocken
Breigläschen Reiswaffeln
Pflanzenöl (nicht kaltgepresst) Fencheltee
Zucker

Ergänzen würde ich noch Trinkwasser/Getränke (Genaueres dazu in einem separaten Artikel) und Saatgut für Sprossen (auch dazu später mehr). Zumindest ein Teil der Lebensmittel sollte auch kalt genießbar sein, dafür eignen sich vor allem Dosengerichte und Haferflocken/Müsli.

Man sollte nicht vergessen, auch spezielle Lebensmittel für Diät haltende Menschen (z.B. Diabetiker), Schwangere und Stillende zu bevorraten und geliebte Haustiere bei der Planung zu berück­sichtigen.

Babys und Kleinkinder benötigen nicht nur geringere Mengen, sondern haben ganz andere Ernährungsbedürfnisse als Erwachsene, die bedacht werden müssen. So brauchen sie verhältnismäßig viel Kalzium und Fett und vertragen nicht jedes Eiweiß. Es geht hier wirklich nur um einen Notvorrat, das soll keine Ernährungs­empfehlung für Babys sein. Selbstverständlich ist Muttermilch das Beste für ein Baby, aber man sollte sich vielleicht nicht unbedingt darauf verlassen, dass das Stillen gelingt.

Es empfiehlt sich, in erster Linie solche Lebensmittel zu bevorraten, die man auch im Alltag verzehrt, denn:

  1. Im Notfall mutet man seinem Körper nicht noch eine Nahrungsumstellung zu, die dazu führen kann, dass man die Nährstoffe nicht gut aufnimmt, Verdauungsprobleme be­kommt oder sogar krank wird
  2. Auch das psychische Wohlbefinden ist höher, wenn die Nahrung gewohnt ist und so zumindest vorläufig einiges beim Alten bleibt
  3. Wenn man die Vorräte auch sonst im Speiseplan hat, wird es leicht, sie zu erneuern und frisch zu halten. Man kauft z.B. eine Packung Reis ein, fügt sie den Vorräten hinzu und entnimmt dafür die Reispackung mit dem kürzesten Haltbarkeitsdatum.
  1. Karl Leopold von Lichtenfels (Pseudonym): Lexikon des Überlebens. Handbuch für Krisenzeiten. Anaconda Verlag, Köln, 2005 (Original­ausgabe: F. A. Herbig, München, 2000)
  2. Magermilch- und Volleipulver können im Internet vergleichsweise preis­günstig bezogen werden über: Teetraeume.de
Autor: Kathrin   
Thema:  Krise, Vorsorge
Veröffentlicht: 18.04.2009, 18:48 Uhr

Freitag, 17.April 2009

Vorsorge: 0. Einleitung

Krisenvorsorge ja, aber wie? Auf diese Frage sollen die nächsten Artikel des Weblogs konkrete Antworten geben. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf Möglichkeiten liegen, sich mit geringem Aufwand an Material, Zeit und Geld effektiv für den Notfall zu wappnen.


© Karin Schumann / Pixelio :: Dosen

Die Empfehlungen taugen selbstverständlich nicht nur für die Vorbereitung auf Engpässe im Rahmen einer Wirtschaftskrise. Auch bei Natur­katastrophen kann ein Notvorrat Leben retten. Und selbst nach einem Chemie- oder Atomunfall ist jeder froh, der eine Weile nicht außer Haus muss. Die meisten praktischen Tipps zur Rüstung für eine Krise sind übrigens generell sinnvoll. Im Ernstfall gewinnen sie allerdings immens an Bedeutung.

In folgende Bereiche lässt sich eine sinnvolle Vorbereitung gliedern (alphabetisch):

  • Ausrüstung (Schlafsack, Kocher, Radio, Taschenlampe etc.)
  • Brennstoff (Holz, Kohle, Benzin etc.)
  • Finanzen (Bargeld, Rücklagen, Investitionen)
  • Hygieneartikel (Seife, Toilettenpapier etc.)
  • Informationen (Bücher, Broschüren)
  • Kleidung (Regenjacke, Fleece-Pullover etc.)
  • Medizin (Medikamente, Verbandsmaterial)
  • Nahrung (Konserven, Getränke, Pflanzensamen)
  • Persönliche Vorbereitung (Zahnarzt, Gesundheitscheck etc.)
  • Sicherheit (Türsicherung, Brandschutz, Pfefferspray etc.)

Gebündelt werden alle hier zusammen getragenen Informationen in der Blog-Kategorie "Vorsorge".

Autor: 2beers   
Thema:  Krise, Vorsorge
Veröffentlicht: 17.04.2009, 23:56 Uhr

Die zweite Prophetie, die ich an dieser Stelle erwähnen will, stammt von David Wilkerson, einem US-amerikanischen Evangelisten, 1931 in Hammond/Indiana geboren. Bekannt wurde der mittlerweile 77-jährige mit dem 1970 verfilmten Buch "Das Kreuz und die Messerhelden", in dem er von seiner teils lebensgefährlichen Arbeit unter den Straßengangs von Brooklyn und Harlem im New York der späten 50er erzählt.

Am 7. März 2009 versandte Wilkerson einen Rundbrief mit folgen­dem Inhalt (deutsche Version):

"Eine dringende Botschaft

Ich wurde vom Heiligen Geist angehalten, eine dringende Botschaft rauszuschicken an alle auf unserer Mailingliste und an Freunde und an Bischöfe, die wir überall auf der Erde kennen gelernt haben.

Eine erderschüt­ternde Katastrophe steht kurz vor dem Ausbruch. Sie wird derart Furcht erre­gend sein, dass wir alle zittern werden - selbst die Gott­gefälligsten unter uns.

Über zehn Jahre habe ich vor tausend Feuern gewarnt, die nach New York City kommen. Es wird den gesamten Metropolkomplex einschließen, einschließlich der Gebiete von New Jersey und Connecticut. Größere Städte überall in Amerika werden Unruhen und lodernde Feuer miterleben - solche, wie wir sie in Watts, Los Angeles, vor Jahren sahen.

Es wird Unruhen und Feuer in Städten weltweit geben. Es wird Plünderungen geben - einschließlich des Times Square, New York City. Was wir jetzt erleben, ist keine Rezession, nicht einmal eine Depression. Wir sind unter Gottes Zorn. In Psalm 11 ist geschrieben:

»Wenn die Grundpfeiler umgerissen werden, was richtet da der Gerechte aus?« (Vers 3; Elberfelder)

Gott ist dabei, die wahnsinnigen Sünden Amerikas und der Nationen zu richten. Er ist dabei, die säkularen Grundpfeiler zu zerstören.

Der Prophet Jeremia bat das böse Israel eindringlich: »Gott bereitet ein Unglück gegen euch vor und plant einen Anschlag gegen euch! Kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg, und bessert eure Wege und eure Taten! Aber sie werden sagen: Es ist hoffnungslos. Denn wir wollen unseren eigenen Plänen nachgehen, und jeder von uns wird nach der Verstocktheit seines bösen Herzens handeln.« (Jeremia 18,11-12; aus dem Englischen)

In Psalm 11,6 warnt David: »Auf den Bösen wird er Fallstricke regnen lassen. (Feuerkohlen)... Feuer... brennen­der Wind... wird der Teil ihres Bechers sein.« Warum? David antwortete: »Weil der Herr gerecht ist« (Vers 7). Dies ist ein gerechtes Gericht - genauso wie in den Gerichten von Sodom und in Noahs Generation.

Was soll der Gerechte tun? Wie steht es um Gottes Volk?

Zunächst gebe ich euch ein praktisches Wort, das ich als meine eigene Führung erhalten habe. Wenn möglich, legt einen Dreißig-Tage-Vorrat mit nicht-verderblichen Nahrungs­mitteln, Hygiene­artikeln und anderen lebens­notwendigen Dingen an. In größeren Städten sind Lebensmittel­geschäfte beim Anzeichen eines bevorstehenden Unheils in einer Stunde leer.

Hinsichtlich unserer geistlichen Reaktion haben wir zwei Optionen. Dies wird in Psalm 11 umrissen. Wir »fliehen wie ein Vogel zu einem Berg.« Oder, wie David sagt: »Er richtete seine Augen auf den Herrn auf seinem Thron im Himmel - seine Augen schauen, seine Augenwimpern prüfen die Menschenkinder.« (Vers 4; aus dem Englischen). »Beim Herrn nehme ich Zuflucht« (Vers 1).

Ich werde meiner Seele sagen: Es besteht keine Notwendig­keit zu rennen... keine Notwendigkeit sich zu verstecken. Dies ist Gottes gerechtes Werk. Ich werde unseren Herrn auf seinem Thron schauen, mit seinen Augen zarter, liebender Güte, die über jeden Schritt wachen, den ich tue - im Vertrauen, dass er sein Volk selbst durch Fluten, Feuer, Katastrophen, Prüfungen, Bedräng­nisse aller Art errettet.

Anmerkung: Ich weiß nicht, wann diese Dinge geschehen werden, aber ich weiß, es geht nicht mehr lange. Ich habe euch mein Herz ausgeschüttet. Tut mit der Botschaft wie ihr denkt.

Gott segne und bewahre euch,

in Christus,
David Wilkerson"

Quelle: http://davidwilkersoningerman.blogspot.com/

Übrigens stieß Wilkerson hierzulande mit der Empfehlung zum An­legen eines Ein-Monats-Notvorrats vielfach auf zynische Ablehnung. Eine Kostprobe davon kann man sich bei den Leserkommentaren der Idea-Nachricht holen. Vermutlich handelt es sich dabei um irgend­eine Verdrängungs­strategie, gegen die selbst der Katastrophen­schutz in Deutschland seit Jahren vergeblich anrennt.

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Autor: 2beers   
Thema:  Gott, Krise
Veröffentlicht: 16.04.2009, 23:53 Uhr

Die erste Prophetie, auf die ich eingehen möchte, stammt von Johannes W. Matutis, einem gebürtigen Litauer, Jahrgang 1948. Seit 1988 ist er Pastor der Pfingstgemeinde "Freie Nazarethkirche" in Berlin Wedding. Er sorgte im September 1988 für eine TAZ-Schlagzeile, als er den Fall der Berliner Mauer vorhersagte, der ja bekanntlich ein reichliches Jahr später eintrat.

Matutis berichtet von zwei unterschied­lichen Visionen im Juli und September 2008 (vgl. 1. Vision, 2. Vision), die er mit der gerade beginnenden Wirtschaftkrise in Verbindung bringt und in seinen Berichten (meines Erachtens nach ungünstig) miteinander und mit seinen eigenen Interpretationen verwebt. Hier - weitest gehend entflochten - alle wesentlichen Teile aus seiner Schilderung der zweiten Vision:

"Ein gigantischer »Finanz-Tsunami« rast auf uns zu.

[...] Jetzt ist es soweit. Die Welt gerät jetzt aus den Fugen. Täglich erreichen uns neue Schockmeldungen und die Banken- und Immobilienkrise ist noch lange nicht zu Ende. Gott zeigte mir, dass es Schlag auf Schlag gehen wird. [...] Plötzlich wird im Zuge der Bankenkrise den Supermärkten der Geldhahn zugedreht. Sie werden keine Kredite mehr bekom­men und die Regale werden über Nacht leer geplündert sein. Wohl dem, der etwas vorgesorgt hat. Das Wenige, das Gott dann segnen kann. Und der Herr sagt: »Ich selbst will jetzt dafür sorgen, dass alles wieder neu bewertet werden muss.« [...] Weiter zeigte mir der Herr, dass ganze Branchen über Nacht zusammenbrechen werden. Der Banken-Crash war nur der Anfang. Als ich so betend über die ganze Situation nachdachte, sagte Gott zu mir: »Mein Sohn, schau mal hin: Wieviel ist euer Euro jetzt nur noch wert?« Und es ist wahr: Der Euro-Wert schwindet mit Riesenschritten in Richtung Null. Der Euro hat heute nur noch den Wert einer D-Mark. [...]

Der Herr sagte mir: »Wie ich damals Noah bewahrte, genauso werde ich all diejenigen bewahren, die sich strikt an mich und an meine Anweisungen halten und meinem Reden gehorchen. Ihr müsst aufhören, bei Menschen Hilfe zu suchen. Ihr müsst aufhören, eure Hoffnung auf ein Stück wertloses, bedrucktes Papier zu setzen, und ihr müsst anfangen, Gold einzukaufen, das im Feuer geläutert worden ist.« [Anmerkung des Autors: Ein Zitat aus Offb 3,18; gemeint ist hier gerade kein irdisches Gold, sondern etwas, das in Gottes Augen Wert und Bestand hat.] Weiter sagte der Herr mir: »Sag meinem Volk, sie sollen Schätze sam­meln, die im Himmel sind, wo es keine Inflation, keinen Dieb gibt, und wo kein Rost hinkommt. Sag ihnen, sie sollen bleibende und ewige Werte suchen. Sie sollen das suchen, was ihr Leben wirklich rettet. Denn alles, was ihr heute seht, das wird wertlos und auf die Straße geworfen werden. Die ganzen Stützen, darauf sich die Menschen heute noch verlassen haben, werden von einem Tag auf den anderen zerbrechen. Die Welt steht kurz vor dem großen Offenba­rungseid, dem Tag, an dem die Wahrheit herauskommen wird.«

Und das sagt der Herr: »Es wird alles noch viel teurer werden, als es jetzt schon ist.« Die Lebensmittelpreise werden so in die Höhe schnellen, dass die Menschen sich nicht einmal mehr das tägliche Brot leisten können. Ein normaler Arbeiter wird so viel verdienen, dass er gerade selbst noch überleben kann. Die Armut wird noch viel mehr zunehmen. Alle jetzt noch vorhandenen staatlichen Hilfen werden zusammenbrechen. Die Staaten dieser Welt, beson­ders die reichen Länder, werden in Kürze als nächstes den Bankrott erklären müssen. Die Staaten werden wieder Lebensmittelkarten und dergleichen drucken und ausgeben. Das Geld, das inzwischen wertlos geworden ist, wird abgeschafft und es wird kein Geld mehr geben. Die Bürger der globalisierten Welt werden Chips eingepflanzt bekom­men, ohne die sie nirgendwo mehr etwas bekommen können. Der Bürger selbst wird verstaatlicht!

Der Herr sagt hier: »Doch wohl den Menschen, die hier gelernt haben, sich von mir segnen zu lassen und wissen, dass ich meine Kinder übernatürlich versorgen kann - und auch werde. Wohl denen, die jetzt schon gelernt haben, von mir abhängig zu sein, sich von mir führen und leiten zu lassen. Wohl denen, die nicht mehr von dem System dieser Welt abhängig sind, sondern an mein himmlisches System angeschlossen sind. Sie werden immer mehr als genug haben und ihr Überfluss wird auch ihren Freunden und Verwandten zum Überleben dienen. Denn sie haben es gelernt, aus wenig viel zu machen. Sie wissen, wie man Brote vermehrt, und sie wissen, wo man das verborgene Manna findet.« [Anmerkung des Autors: Dies bezieht sich auf Offb 2,17.]

Und so spricht der Herr: »Es kommen gewaltige Ver­änderungen auf diese Welt zu. Ihr werdet von einer Überraschung in die andere fallen. Und wohl euch, meine Kinder, wenn ihr es gelernt habt, mir täglich zu vertrauen, und euch von mir täglich führen zu lassen. Ich will euch täglich meine Anweisungen zum Überleben geben. Lernt auf mich noch mehr zu hören...«"

Quelle: http://www.preach-in.de/

Autor: 2beers   
Thema:  Gott, Krise
Veröffentlicht: 16.04.2009, 23:41 Uhr

Bisher habe ich unter rein rationalen, fakten­basierten Gesichts­punkten auf die kommende Krise hingewiesen. Das ist mein üblicher Zugang. Es gibt allerdings auch andere Zugänge. In den letzten Monaten sind mir z.B. aus mehreren Quellen Visionen[1] begegnet, in denen Gott vielleicht einen Blick durchs Schlüsselloch auf die Zukunft gewährt hat.

Solche Prophetien[2] mögen ein wenig befremdlich auf Menschen wirken, die nicht an die Existenz Gottes glauben. Aber an sich ist es nichts Außergewöhnliches, wenn Gott auf bevor­stehende Krisen aufmerksam macht (vgl. Am 3,7). Schon der ägyptische Pharao zu Josefs Zeit (vermutlich um etwa 1400 vor Christus) wurde in einem Traum darauf hingewiesen, dass zunächst eine sehr fruchtbare Zeit, danach aber eine verheerende Dürreperiode bevorstünde. Damit gab Gott ihm Gelegenheit, Vorräte für die tatsächlich folgende Hunger­zeit anzulegen (vgl. 1.Mo 41). Und auch die frühchristliche Ge­meinde wurde schon im Vorhinein von Propheten vor einer kommenden Nahrungsmittelkrise gewarnt (vgl. Apg 11,27-28).

Prophetien dienen meist dazu, Menschen aufzubauen, anzuspornen und Mut zu machen (vgl. 1.Kor 14,3). Und göttliche Voraussagen der Zukunft sollen zudem natürlich auf das Kommende vorbereiten. Manchmal enthalten sie aber auch einen direkten oder indirekten Aufruf zur Umkehr, damit angedrohtes Unheil nicht eintrifft.

Da ich die beiden Pastoren, deren Visionen ich erwähnen möchte, nicht persönlich kenne und mir auch kaum Drittinfor­mationen darüber vorliegen, wie zuverlässig ihre Voraussagen in der Vergangenheit eingetroffen sind, möchte ich übrigens ungern meinen Hund für ihre aktuellen Prophetien ins Feuer legen. Was ich allerdings sagen kann, ist, dass sich die enthaltenen Ankündigungen harmonisch in das Bild einfügen, dass sich aus der Analyse der aktuellen Wirtschaftsdaten und der politischen Lage ergibt.

Links zum Thema:

  1. Bedeutung des Wortes "Vision": Sicht, Einblick, Schauung, Erscheinung; gemeint sind hier prophetische Gedanken­bilder, manchmal auch in Träumen
  2. Bedeutung des Wortes "Prophetie": Bekanntmachung, Verkündung, Vor­hersage; gemeint ist die Bekanntgabe von Mitteilungen Gottes, die sich u.a. auf die Zukunft beziehen können
Autor: 2beers   
Thema:  Gott, Krise
Veröffentlicht: 16.04.2009, 21:14 Uhr

Wie kommt es eigentlich, dass man von unseren Politikern nichts Sinnvolles zum Thema Krise hört, obwohl sie sich doch sonst immer so gerne als Orakel betätigen? Hat es ihnen die Sprache verschlagen? Haben sie angesichts des von ihnen verursachten Schadens ein schlechtes Gewissen, weil sie - egal ob rechts oder links - über 30 Jahre hinweg jene Finanz- und Wirtschaftspolitik vorangetrieben haben, die von den ursprünglichen Neoliberalen wie Erhardt mit Sicherheit nicht als Freiheit, sondern als Anarchie bezeichnet worden wäre (vgl. Die Welt, Tagesspiegel)? Ist es die Angst, als erster den Mund aufzumachen und dafür zum Prügel­knaben zu werden? Befürchten sie, die Warnung der Bevöl­kerung vor den akuten Gefahren könnte ihnen im Superwahljahr 2009 als politischer Offenbarungseid der Unfähigkeit und Ohnmacht ausge­legt werden? Versuchen sie zuerst einmal in Ruhe, die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen? Wollen sie eine Panik vermei­den, im Zuge der die Menschen schleunigst ihr Geld aus Banken, Fonds, Versiche­rungen und Aktien herausziehen und damit dem durchrosteten Fass den Boden auskratzen könnten? Oder vernach­lässigen sie ihre Aufklärungs­pflicht aus Feigheit, weil die Reaktion der Bevölkerung nicht vorhersehbar ist? Letzteres wäre plausibel, da tatsächlich niemand wissen kann, wie das Volk mit der Wahrheit umgehen würde. Dazu hatte es ja schließlich in den letzten Jahr­zehnten keine Gelegenheit.

Autor: 2beers   
Thema:  Krise, Politik, Wirtschaft
Veröffentlicht: 13.04.2009, 19:49 Uhr

Samstag, 11.April 2009

Finanzkrise III: Krisenszenarien

"Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betref­fen." Dieser ironische Satz wird meist Mark Twain zugeschrieben und trifft natürlich auch in unserem Fall ins Schwarze. Dass die Krise sich deutlich ausweiten wird, kann anhand der Faktenlage als sicher gelten. Bis wann sich die Situation verschärft und wie die genauen Konsequenzen für die Bevölkerung aussehen werden, ist dagegen eher ungewiss.

Wer nun meint, die Beschäftigung mit konkreten Krisenszenarien und die persönliche Vorbereitung darauf seien deshalb übertrieben oder gar paranoide Panikmache, der verkennt die Realität und ist selbst Opfer jenes allgemeinen Leichtsinns und der kultivierten Sorglosigkeit geworden, die von Arbeits- und Katastrophen­schutz­behörden so oft beklagt werden. Nur deshalb, weil ich seit 10 Jahren schadlos Auto fahre ohne mich anzuschnallen, kann ich daraus nicht schließen, dass ein Sicherheitsgurt Unsinn ist und die Erneuerung des Erste-Hilfe-Kastens Ausdruck von Unfall-Hysterie. Selbst das aktuelle Finanzdebakel war schon lange im Voraus absehbar (vgl. Handelsblatt.com und Tagesspiegel.de) und hätte verhütet werden können, wären die Politiker und Banker nicht mit psycho­ti­schem Optimismus vernagelt gewesen. Aber auch die gegensätzliche Reaktion, nämlich das vielrezitierte Mantra der Einfallslosen: "Da kann man doch sowieso nichts machen." ist unverantwortlich, lähmt die Kreativität, macht depressiv und fällt daher beim Vernunftstest durch.


© Supertramp :: Crisis? What Crisis?

Wenn es um die Vorbereitung geht, lautet die zunächst wichtigste Frage natürlich: Welche Szenarien sind realistisch? Da uns der Blick in die Zukunft gewöhnlich verwehrt bleibt, ist unsere bedeutendste Informationsquelle die Vergangenheit. Folgende Szenarien traten im Zusammenhang mit historischen Wirtschaftskrisen auf und sind auch im Laufe der kommenden Krise denkbar:

Bargeldengpässe

Sollte das Bankensystem insgesamt kollabieren, werden in der Konsequenz vermutlich die meisten Banken schließen, das Netz der Geldautomaten ausfallen. Besonders rasch tritt dieser Effekt bei einem Bankenansturm (vgl. Alles Schall und Rauch) ein. So nennt man die panikartigen Versuche größerer Gruppen von Bankkunden, gleichzeitig Geld vom eigenen Konto abzuheben. Den Banken gehen dann schnell die Bargeldvorräte aus. Folge: Die Automaten sind leer, die Schalter schließen. Die mit Geheimzahl arbeitenden EC-Abrech­nungssysteme der Geschäfte streiken und auch das Wechselgeld in den Kassen geht zur Neige. Die Läden und Tankstellen werden dann innerhalb kurzer Zeit ebenfalls geschlossen. Im Herbst 2008 konnte eine solche Situation übrigens nur mit viel Glück abgewendet werden (vgl. Alles Schall und Rauch, Tagesschau.de).

Unterhaltsengpässe

Größere Pleitewellen äußern sich oft darin, dass Löhne und Gehälter zuerst verzögert, später gar nicht mehr gezahlt werden. Im Falle eines Staatsbankrotts betrifft das selbst Beamtengehälter, Renten und Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Hartz IV oder Sozialhilfe. Auch die private Zahlungsmoral lässt dann verständlicher Weise dramatisch nach und Handwerker­rechnungen etc. werden einfach nicht mehr beglichen. Neben Problemen der Grund­versorgung entstehen oft auch Schwierigkeiten wegen säumiger Mieten, besonders dann, wenn die Bevölkerungsmehrheit noch über finanzielle Mittel verfügt und sich der Vermieter von einem Rausschmiss neue, zahlungsfähige Mieter verspricht.

Streiks, Generalstreiks

Wenn Unternehmen zahlungsunfähig werden und die Löhne aus­bleiben, kommt es schnell zu Arbeitsniederlegungen und Streiks. Betrifft das die Automobilindustrie, ist das leicht zu verschmerzen. Passiert das in Großbäckereien oder Molkereien, sieht die Sache schon anders aus. Und Streiks im Transportsektor legen schnell alles andere lahm, nicht zuletzt die auf ständige Lieferungen ange­wiesenen Supermärkte.

Versorgungsengpässe

Nicht selten treten zeitweilig Schwierigkeiten bei der Grund­versorgung der Bevölkerung auf: Die Lebensmittel gehen aus, vor allem im Sommer und bei Strom- oder Treibstoffknappheit kann sauberes Trinkwasser Mangelware werden, im Winter Heizmaterial. Etliche Medikamente sind nicht mehr erhältlich. Besonders unser Supermarktsystem ist sensibel und anfällig, da die Lager klein und die Nahrungsmittelvorräte aus Frischhaltegründen gering sind. Ohne kontinuierliche Belieferung sind die Regale meist schon binnen Stunden leer. Solche Engpässe sind u.a. vom Grad der Privatisierung abhängig und können sich auch über einige Wochen erstrecken, bis ein staatliches Ersatzsystem aufgebaut und z.B. Lebensmittelkarten ausgeteilt sind.

Stromausfälle

Hiervon wären Zimmer- und Straßenbeleuchtung, U-Bahnen, Straßenbahnen, Fahrstühle, automatisch schließende Türen, Parkhaus­zufahrten, Schranken, Ampeln, Zapfsäulen, Bankauto­maten, Supermarkt­kassen, Heizungen (auch die meisten Öl- und Gasheizungen), Kühl- und Gefrierschränke, Mikrowellen­herde, Elektroherde, teilweise auch Gasherde, Wasserkocher, Warm­wasserspeicher, Waschmaschinen, Wäsche­trockner, Rundfunkge­räte, Computer, Telefonnetz (auch Mobilfunk), Internet, Akku­ladegeräte und vieles andere betroffen. Länger anhaltende Stromausfälle in Verbindung mit Treibstoff­knappheit können auch die Versorgung mit (sauberem) Leitungswasser und Gas zusammen brechen lassen, da die im Krisenfall eingesetzten Notstrom­aggregate meist mit Diesel­generatoren betrieben werden. Neben unregel­mäßigen Stromausfällen, die durchaus auch tagelang anhalten können, wurden als geregelte Sparmaßnahme auch schon stromlose Tageszeiten eingeführt. Zusätzliche Risiken ergeben sich daraus, dass die ungewohnte Dunkelheit auf Straßen und Plätzen und in Häusern und Parks zu Einbrüchen, Plünderungen und Überfällen verleiten kann.

Inflation

Häufig setzt nach staatlichen Großinvestitionen und hemmungsloser Gelddruckerei gegen Ende einer Finanzkrise eine sogenannte Hyperinflation ein: Das Geld verliert in immer höherem Tempo an Wert und die Preise wachsen ins Uferlose. Das kann sogar gewollt sein, beispielsweise um mit einem Wertverfall des Geldes gleich­zeitig auch die immensen Staats- und Wirtschafts­schulden "wegzu­inflationieren". Leidtragende einer solchen Entwicklung sind jedoch nicht nur die Sparer mit gut gefüllten Bankkonten. Auch Empfänger einer privaten Rente bekommen von der Bank bzw. Versicherung normalerweise stur den gleichen Betrag ausgezahlt wie bisher. Nur dass sie davon jetzt nicht mehr leben können. Händler erhalten für das eingenommene Geld noch nicht einmal neue Waren und müssen die Läden schließen. Und auch die Regelsätze für Sozialleistungen und staatliche Renten werden meist viel zu langsam angepasst, sodass Arbeitslose, Sozialhilfe­empfänger und Ruheständler schnell in Existenznöte geraten. Für viele ist deshalb der finale Kollaps der Währung eine Erlösung. Denn ist eine Währung endgültig zugrunde gerichtet, wird sie "einfach" durch eine neue ersetzt. Im Zuge dessen ist es allerdings auch schon vorgekommen, dass zur Stützung der neuen Währung als erstes die Goldvorräte der Bevölkerung konfisziert wurden.

Unruhen, Plünderungen

Werden Geld und Nahrung knapp oder offenbaren sich Korruption und Gleichgültigkeit der Politiker als Krisenauslöser, kommt es häu­fig zu gewalttätigen Demonstrationen, Plünderungen von Ge­schäften und Supermärkten, Übergriffen auf Banken und staatliche Einrich­tungen, randalierenden Ausschreitungen und Straßen­schlachten mit Polizei oder (im Zuge von Amtshilfe hinzugezogener) Armee. Das kann sich ausweiten bis hin zu tatsächlich bürgerkriegs­ähnlichen Zuständen mit Ausgangs­sperren, meist allerdings beschränkt auf die Zentren größerer Städte. Darunter leiden aber oft auch weiträumig Infra­struktur und Grundversorgung. Für Großbritannien rechnet der dortige Geheimdienst MI5 mit Bevölkerungs­unruhen ab Sommer diesen Jahres (vgl. MMnews.de). Und auch hierzulande könnte es ab Herbst 2009 ungemütlicher werden (vgl. Sueddeutsche.de).

Brände

Im Zuge von Wirtschaftskrisen steigt auch die Brandgefahr. Dafür sind einerseits Stromausfälle verantwortlich. Schnell geraten unvernünftige Gokeleien zum Zweck der Beleuchtung oder Beheizung außer Kontrolle. Und auch die unsachgemäße Lagerung von Brennstoff-Vorräten, z.B. auf dem Dachboden, kann verheerende Brände auslösen. Andererseits gehören Brand­stiftungen zum üblichen Repertoire aufgebrachter Demonstrations­züge, Plünderer­banden und einzelner Verzweiflungs­täter. Bei gleichzeitigem Stromausfall wird auch die Alarmierung der Feuerwehr zur ungeahn­ten Herausforderung.

Verhaltenstipps:

  • Keine Panik! In jeder Situation Ruhe bewahren und besonnen handeln!
  • Nicht resignieren! Jedes Problem ist lösbar! Mit anderen Worten: Man kann fast immer etwas tun!
  • Jetzt vorsorgen: Nahrungsmittel, Medikamente (vor allem regelmäßig benötigte), Hygieneartikel, Bar­geld etc. für wenigstens 4 Wochen beschaffen!
  • Nachbarschaftliche Kontakte knüpfen/intensi­vieren! Du wirst womöglich auf andere Menschen angewie­sen sein! Viele Probleme sind nur gemeinsam lösbar.
  • Im Krisenfall: Keine Gewalt! Gewalt verschlimmert nur die Situation und erschwert einen Neu­anfang nach der Krise.

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Autor: 2beers   
Thema:  Krise, Wirtschaft
Veröffentlicht: 11.04.2009, 23:39 Uhr

Freitag, 10.April 2009

Finanzkrise II: Die Show beginnt

Bankenpleiten, Absatzprobleme, Kurzarbeit, Entlassungen, Firmen­insolvenzen, Steuereinbrüche und neue Staatsschulden ungekannter Dimension. Das alles haben wir schon. Doch im bisherigen Umfang sind das nur die Vorbeben. Die eigentliche Krise kommt erst noch. Die Talsohle werden wir wohl kaum vor Beginn des Jahres 2010 erreichen. Selbst - oder gerade - die Profis mit umfangreichem Hintergrundwissen wie der letztjährige Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman fürchten sich vor dem Verlauf dieses Jahres. Warum? Im Folgenden eine Auswahl an Daten und Fakten.


 © Gerd Altmann / Pixelio

Ausstehende Abschreibungen

Rund 1 Billion Dollar an faulen Privatimmobilien-Krediten haben die Banken bislang im Rahmen der sogenannten Subprime-Krise in ihren Bilanzen berücksichtigt, das heißt vom Eigenkapital abgeschrieben. Bereits diese Summe hat also ausgereicht, um die derzeitige Wirkung zu entfalten. Nach aktuellen Schätzungen des IWF müssen aber wohl insgesamt 4 Billionen Dollar vom Eigenkapital abgezogen werden. Und selbst diese Zahl wird im Laufe des Jahres sicherlich noch deutlich nach oben korrigiert. Bekannt ist beispielsweise, dass europäische Banken noch im Oktober 2008 Kredite im Rahmen von etwa 1,2 Billionen Euro nach Osteuropa und an die Türkei vergeben haben, von denen wohl kaum etwas zurück kommen wird. Außerdem werden auch die Zahlen des 6-Billionen-Dollar-Marktes für Gewerbe­immobilien-Kredite langsam bedenklich. An weitere Kreditblasen mag noch gar niemand denken. Denn das große Problem besteht darin, dass schon jetzt die abzuschreibenden Summen das übrige Eigenkapital des weltweiten Bankensystems erheblich überschreiten. Und ewig lassen sich Bilanzkorrekturen einfach nicht verschleppen. Unser gesamtes Finanzsystem ist also bankrott.

Zinsexplosion

Der Wirtschaftswissenschaftler und Finanzjournalist Alexander Czerny schreibt in seinem Artikel "Die wahren Ursachen der Finanz­krise", dass sich die Geldvermögen in den USA im Zuge des exponentiellen Zinswachstums aller 7 bis 11 Jahre verdoppeln. Das zeitliche Intervall, in dem die nächste Billion Dollar generiert wird, verkürzt sich dabei immer mehr:

"Nachdem die erste Billion 1977 nach einigen hundert Jahren Wachstum erreicht war, schaffte es die zweite Billion bereits 1984, nach nur 7 Jahren. Nach weiteren sechseinhalb Jahren waren dann 3 Billionen erreicht, nach weiteren sechs Jahren 4 Billionen (1997). Jede weitere Billion wächst in immer kürzeren Zeiträumen:

  • 5 Billionen nach nur 2 Jahren und 11 Monaten,
  • 6 Billionen nach nur 2 Jahren und 8 Monaten,
  • 7 Billionen nach nur 1 Jahr und 10 Monaten,
  • 8 Billionen nach nur 1 Jahr und 8 Monaten,
  • 9 Billionen nach nur 1 Jahr und 4 Monaten,
  • 10 Billionen nach nur 1 Jahr und 3 Monaten
  • 11 Billionen nach nur 4 Monaten (Dezember 2008)!!"

Führt man jene Rechnung weiter, schrumpft der Abstand zur nächsten Billion voraussichtlich an einem Tag Mitte Mai erstmals auf Stunden, dann auf Minuten und schließlich auf Sekunden (vgl. Wallstreet Online). Dass spätestens hier das reguläre, zins­basierte Geldwachstum ein Ende findet, liegt auf der Hand.

Weitere Blasen

Bekanntlich ist 2007 die Blase der privaten Immobilienkredite geplatzt. Und weitere Kreditblasen, wie die vergleichsweise harmlose US-amerikanische Kreditkartenblase oder die oben schon erwähnte, kritische Blase der gewerblichen Immobilienkredite stehen noch aus. Es gibt jedoch nicht nur Kreditblasen. Erwähnt sei hier die riesige, nicht zuletzt von den berüchtigten Hedgefonds erzeugte Derivatblase. Derivate - von Warren Buffet als "finanzielle Massen­vernichtungs­waffen" bezeichnet - sind spekulative Verträge mit Banken, die von ihrer Art her stark an Wetten erinnern. Besonders stechen im Augenblick die Credit Default Swaps (CDS) hervor. Diese Kredit-Derivate funktio­nieren etwa so:

Akteur A nimmt einen Kredit bei der Bank XY auf. Akteur B spekuliert darauf, dass Akteur A diesen Kredit nicht zurück zahlen wird. Deshalb schließt er mit der Bank XY einen CDS-Vertrag ab. Darin verpflichtet er sich, jährlich - sagen wir - 1 Prozent der Kreditsumme an die Bank zu zahlen. Zahlt Akteur A seinen Kredit wider Erwarten doch an die Bank XY zurück, hat die Bank dank des CDS-Vertrages einen zusätzlichen Gewinn erwirtschaftet. Kann Akteur A den Kredit wie gehofft nicht zurück zahlen, erhält Akteur B von der Bank XY einmalig einen Betrag in Höhe der Kreditsumme ausgezahlt.

Platzt ein Kredit, blutet die Bank also letztlich doppelt. Was die CDS-Verträge mit einem von der Bundesregierung geschätzten, aktuellen Volumen von 40 Billionen Dollar im Zusammenspiel mit den rasant zunehmenden Kreditausfällen bewirken werden, lässt sich bisher kaum beurteilen (vgl. Financial Times). Die Rede ist dabei nur von dieser speziellen Form der Kredit-Derivate. Die Risiken anderer Derivate und Leerverkäufe auszuführen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Rückkopplungseffekte

Im Kontext der aktuellen Krise haben mittlerweile vor allem die von Großkonzernen dominierten Wirtschaftszweige Schlagseite. Der unmittelbare Grund ist überwiegend ein Einbruch der Nachfrage. Die Folge sind Lohnkürzungen und Entlassungen. Wenn die Menschen aber weniger Geld in der Tasche haben, sinkt die Nachfrage nach vielen Produkten noch drastischer. Auf diese Weise setzt ein schwer zu unterbrechender Teufelskreis ein. Vergleichbare Effekte gibt es auch im Kreditwesen und bei den Steuereinnahmen.

Möglicher Dollarcrash

Nicht wenige Experten befürchten einen großen Börsen­krach, der in Kürze etliche Aktien­gesellschaften ruinieren könnte. Dem ließe sich wahrscheinlich mit dem rechtzeitigen Schließen der Börsen Einhalt gebieten. Relativ unabhängig davon wird aber schon seit Jahren in der Finanzwelt vor dem Hintergrund der astro­nomischen Staats­verschuldung der USA und dem notorischen US-Außen­handels­defizit über den wahrscheinlichsten Zeitpunkt eines plötzlichen, massiven Wertverlustes der US-Währung diskutiert. Doch noch nie in der Geschichte des Dollars wurden soviel zusätzliche Staatsschulden aufgenommen, noch nie soviel zusätz­liches (wertloses) Geld gedruckt. Mit anderen Worten: Noch nie war ein Dollarcrash so wahrscheinlich wie derzeit. Und nun beginnt die einstige Vorzeige­währung tatsächlich immer mehr zu wackeln. Ein Crash der Leitwährung wäre vermutlich imstande, ganze Volks­wirtschaften in die Knie zu zwingen. Und bereits Ende letzten Jahres - also noch bevor die Dollarpressen glühten - schrieb die Financial Times Deutschland:

"Die Anleger scheinen also tatsächlich zu glauben, dass der Fed die gewünschte Weginflationierung der Schulden miss­lingt. Und dass die wertlosen neuen Dollar die US-Währung nicht kollabieren lassen werden. Wenn man bedenkt, dass die Nettoersparnis der US-Gesamtwirtschaft schon im dritten Quartal, also noch bevor die Fiskalpolitik richtig losgelegt hat, auf einen annualisierten Wert von minus 249 Mrd. $ gefallen ist, wird einem da schlecht."

Staatsbankrotte

Im Zusammenhang mit der Finanzkrise und den milliardenschweren Konjunkturprogrammen, die mit Hilfe monströser Staatsschulden finanziert wurden, taucht ein neues Schreckgespenst auf: Der Staatsbankrott. Zu diesem Thema hier ein sechsminütiger Beitrag des ARD-Magazins Plusminus vom 24. März 2009:

Zum Ansehen des hier hinterlegten Filmchens bedarf es eines aktuellen Flash-Plugins.

Autor: 2beers   
Thema:  Krise, Wirtschaft
Veröffentlicht: 10.04.2009, 15:31 Uhr

Donnerstag, 9.April 2009

Finanzkrise I: Hintergründe

Während die Ermittlungen im Krimi gewöhnlich schon recht bald ans Licht bringen, dass es der Gärtner war, erfährt die breite Öffentlichkeit bei Vorkommnissen in Politik und Wirtschaft selten die Wahrheit. So auch in diesem Fall. Ursache der Krise seien Irrtümer der Ratingagenturen und ein ungünstiges Belohnungs­system, das Bankmanager zu riskanten Investitionen mit hohen Renditen verleitete - eine sogenannte "Moral Hazard". Der Anlass: Eine unglückliche Kettenreaktion. Ein unvorhersehbarer Domino­effekt. Sich gegenseitig behindernde Aufsichtsbehörden. Kollektives Versagen. Man könne hier einfach keine konkreten Schuldigen und keine genauen Ursachen ausmachen. Schuld an der Misere seien alle - und auch wieder niemand. Außerdem sei jede Krise ja auch immer eine Chance. Unglücklicher Weise scheint diese Verschleierungs­taktik tatsächlich aufzugehen. Ja, jede Krise ist auch eine Chance. Fragt sich nur für wen.

Allgemein

Geld ist ein Gegenwert für Arbeit und als solcher ein legalisiertes Tauschmittel, das auch zur Wertaufbewahrung dienen soll. (vgl. Wikipedia) Jeglicher Umgang mit Geld, der nicht den eigentlichen Verwendungszwecken (Tauschen, Taxieren und Aufbewahren) dient, wird einem Finanzsystem - und damit auch einer Volkswirtschaft - auf lange Sicht zwangsläufig schaden. Insbesondere die Vermehrung von Geld ohne wertschöpfende Arbeit stellt langfristig eine ernste Gefahr für die Funktionsfähigkeit eines Geldsystems dar.

Was genau ist passiert?

Kurz zusammengefasst und stark vereinfacht: Die Bankguthaben der Großanleger wuchsen aufgrund des übermächtigen Zinseszins-Effektes und steigender Konzernprofite sprunghaft an. Das liegt unter anderem daran, dass die Gewinne der Großunternehmen gehortet wurden, statt sie z.B. in die Löhne der Mitarbeiter zu investieren. Um die zugesicherten Zinsen auf die riesigen Bankguthaben (Passiva) zahlen zu können und gleichzeitig profitabel zu bleiben, begannen die Banken kurzerhand, mehr und mehr Kredite zu vergeben (Aktiva). Dabei wurden sie immer waghalsiger und verliehen Geld schließlich auch im großen Stil an Leute, die ihre Schulden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zurück zahlen konnten, nicht zuletzt in Form von Immobilienkrediten (Subprime-Kredite). Die Schuld­verschrei­bungen (verbriefte Wertpapiere) dieser unsi­cheren Kreditnehmer wurden auf verschlungenen Wegen (CDOs) an andere Banken und private Anleger überteuert weiterverkauft. Dabei half die systematische Überschätzung der Rückzahlungs­wahr­scheinlichkeit dieser gefährdeten Kredite mithilfe von eigennützigen Ratingagenturen. Überdies gingen die Banken eine Art Wettverträge ein, bei denen sie im Falle der Zahlungsunfähigkeit von Kreditnehmern hohe Summen verloren (CDS). Das alles wurde durch zunehmend freizügige Gesetze und Regelungen stark vereinfacht. Zusätzlich manipulierten und fälschten zahlreiche Banken auch noch ihre Bilanzen. Die korrupten Aufsichtsbehörden drückten beide Augen zu. Als schließlich doch auffiel, welche enormen Risiken mit den Schuldverschreibungen verbunden waren, wurden diese Papiere schnell unverkäuflich. Banken, die zuviel Geld in diese Schuldverschreibungen investiert hatten, konnten ihren finanziellen Verpflichtungen plötzlich nicht mehr nachkommen, wurden also insolvent. Oder sie gerieten unter das gesetzlich vorgeschriebene Eigenkapital-Minimum und mussten von der Bankenaufsicht geschlossen werden. So verloren nicht wenige Anleger bei den betreffenden Banken große Teile ihrer Vermögen. Zu den Anlegern gehörten wiederum andere Banken, die auf diesem Wege ebenfalls schwere Verluste erlitten.


© R.-T. Kühnle / Pixelio :: Bankkrise ;-)

Nebenbei sei erwähnt, dass man manche dieser teils kriminellen Vorgänge in den Papieren der deutschen Bankenaufsichtsbehörde BaFin nachvollziehen kann. Da überrascht es wenig, wenn Bayerns Ministerpräsident Seehofer die dank Informations­freiheits­gesetz bisher frei zugänglichen BaFin-Akten dringend für die Öffentlichkeit sperren möchte und dafür viel Rückhalt im Bundesrat findet.

Wie oben angerissen, hängt die jetzige Misere stark mit dem (von den Banken eingeführten) Zinseszins zusammen. Dieser oft als Naturgewalt dargestellte Zusammenhang allerdings wird konsequent ignoriert und verschwiegen. Aber was bedeutet eigentlich Zinseszins und worin besteht das Problem?

Erklärung: Zins und Zinsesszins

Vom Zinseszins spricht man, wenn die Zinsen auf Bankguthaben nicht ausgezahlt, sondern dem Guthaben hinzugefügt werden. Dadurch wächst das zu verzinsende Bankguthaben stetig weiter. Dieses Wachstum verläuft exponentiell. Eine exponentielle Zahlenreihe ist z.B. die folgende: 1, 2, 4, 8, 16, 32, 64, 128, 256, 512, 1024. Dauerhaft exponentielles Wachstum wird meist funda­mental unterschätzt. Der ausgezeichneten Anschaulichkeit halber sei an dieser Stelle noch einmal auf das altbekannte Beispiel des sogenannten "Josephspfennigs" verwiesen:

Hätte Josef seinem Zögling Jesus im Jahr 1 ein Sparbuch zu fünf Prozent Jahreszins eröffnet und einen Pfennig eingezahlt, so wäre das Guthaben - Inflationen und Währungsreformen einmal ausge­klammert - bis zur Gegenwart auf eine Summe im Gegenwert von etwa 132 Milliarden Erdkugeln aus purem Gold angewachsen!

Dass exponentielles Wachstum nicht ewig anhalten kann, ist spätestens jetzt sicher jedem klar. Deshalb finden wir in der Natur exponentielles Wachstum meist auch nur zu Beginn eines Prozesses. Danach verlangsamt sich das Wachstum zusehends. Ein Finanzsystem, das - wie unser Zentralbankensystem - auf einem permanenten exponentiellen Wachstum von Vermögen und Schulden basiert, hat also automatisch ein eingebautes Verfallsdatum. In Anlehnung an das "Peak Oil" genannte globale Ölfördermaximum wird diesbezüglich auch immer häufiger von einem "Peak Credit" gesprochen, der etwa alle 60 bis 70 Jahre erreicht wird.

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Autor: 2beers   
Thema:  Krise, Wirtschaft
Veröffentlicht: 09.04.2009, 14:51 Uhr

Dienstag, 31.März 2009

Wie vernichtet man 40 Billionen Euro?

Die Mehrheit der Menschen auf der Welt arbeitet für Geld. Viele hoffen auf Geld. Manche leben für Geld. Und etliche Leute leben von dem Geld, das andere erarbeiten. Zum Beispiel die meisten Banker. Aber kaum ein Mensch hat sich je Gedanken darüber gemacht, was Geld eigentlich ist, wie es entsteht, funktioniert und verschwindet.

Bezüglich der aktuellen Finanzkrise ist die Rede davon, dass 50 Billionen Dollar bzw. 40 Billionen Euro vernichtet wurden. In Ziffern: 40.000.000.000.000 Euro. Zum Vergleich: Das wären in Deutschland etwa 487.000 Euro pro Kopf. Aber wie kann man denn Geld vernichten? Und dann auch noch in solch rauen Mengen? Haben die Banken den ganzen Winter über mit Geldscheinen geheizt? Normalerweise wandert Geld doch immer nur vom Säckel des einen in das Säckel eines anderen, oder? Auf welche Weise geht dabei denn etwas verloren? Kurioser Weise kommt an dieser Stelle selbst mancher Wirtschaftsprofessor ins Stocken. Denn auch in der Wirt­schaftstheorie denkt kaum ein Wissenschaftler über das Wesen des Geldes nach. Es wird als natürliche Rahmenbedingung vorausge­setzt.

Das ist freilich völliger Unsinn. Denn Geld ist eine menschliche Erfindung. Und seine Mechanismen basieren auf menschlichen Vereinbarungen. Diese Absprachen und die daraus abgeleiteten Strukturen (Banken, Börse etc.) werden Geld- oder Finanzsystem genannt. Aber diejenigen, die für diese Konventionen verantwortlich sind, haben kein Interesse daran, dass die Menschen das Finanz­system verstehen. Im Gegenteil. Laut einem Artikel des Monats­magazins American Mercury vom Oktober 1957 soll Henry Ford, der Gründer der US-amerikanischen Ford-Automobilwerke einmal sinn­gemäß gesagt haben:

"Es ist gut, dass die Menschen unseres Landes unser Banken- und Finanzsystem nicht verstehen. Denn ich glaube, wenn sie es verstehen würden, gäbe es eine Revolution noch vor morgen früh."

Wer der Finanzkrise auf die Schliche kommen will, der muss sich ein bisschen mit der absurden Funktionsweise unseres Finanzsystems auseinander setzen. Ein guter Anfang dafür ist die folgende Zeichentrick-Dokumentation mit dem Titel "Warum überall Geld fehlt - Gib mir die Welt plus 5 Prozent". Sie gibt die tatsächliche Entwicklung des Bankwesens anhand der fiktiven "Geschichte vom Gold­schmied Fabian" sehr anschaulich wieder.

Zum Ansehen des hier hinterlegten Filmchens bedarf es eines aktuellen Flash-Plugins.

In etwas besserer Vollbild-Qualität lässt sich dieser Film übrigens auf der Webseite NeueImpulse.org abspielen.

Autor: 2beers   
Thema:  Krise, Wirtschaft
Veröffentlicht: 31.03.2009, 23:54 Uhr

Wird eigentlich alles immer schlimmer? "Ja!" stöhnen die ewig Gestrigen zusammen mit den Weltuntergangsfanatikern und Kulturpessimisten im Chor. Verdrängt ist die Zeit vor 1950, vergessen das Buch "Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch", das man einst in der Schule las. Oder wird vielmehr alles besser? "Natürlich!" hört man die Kant-geschädigten Fortschrittsanbeter und die unverbesserlichen Optimisten sagen. Ausgeblendet ist der Fakt, dass die verhängnisvollsten Kriege und die größten Völkermorde ein Phänomen der Neuzeit sind. Aber beide Überzeugungen bleiben in Wahrheit ohnehin recht substanzlos und ragen nicht sehr tief ins reelle Leben hinein. Wer würde schon wirklich unbesehen in eine Epoche der Vergangenheit oder Zukunft umziehen, wenn sich ihm die Gelegenheit dazu böte?

Offenbar müssen wir uns mit dem Wissen begnügen, dass sich unsere Welt vor allem zyklisch verändert. Dinge entstehen und vergehen wieder. Hundertfach. Gleichzeitig. Gegenläufig. In einer Hinsicht geht es aufwärts, in einer anderen bergab. An einem Ende der Erde arbeiten sich die Menschen nach oben, am anderen richten sie sich gerade zugrunde. Wann das große Finale dieser Welt im Terminkalender des Schöpfers steht, muss uns vielleicht gar nicht so sehr kümmern. Die individuelle Apokalypse - der eigene Tod - ist uns vermutlich viel näher und lässt sich auch wesentlich besser einkalkulieren. Darüber sollten wir uns weder mit rosigen Zukunftsfantasien, noch mit atemloser Endzeithysterie hinweg täuschen.


© Eremit :: Endzeit

Doch so logisch dies alles sein mag, so fern liegt es uns meist, die notwendigen Schlüsse zu ziehen. Irgendwie lässt uns die Vernunft im Stich, sobald wir mit den wichtigen Fragen konfrontiert werden. Was ist der Sinn deines Lebens? "Entschuldigung, ich muss zur Arbeit!" Was möchtest du am Ende erreicht haben? "Frag mich das doch nicht gerade jetzt im Supermarkt!" Was passiert eigentlich nach dem Tod mit dir? "Verdirb mir bitte nicht mitten beim Essen den Appetit!" Wie kannst du deine Zeit auf der Erde sinnvoll nutzen? "Tut mir leid, ich bin völlig übermüdet!" Aber erst, wenn wir diese Fragen beantwortet haben, können wir uns einigermaßen unbefangen der Realität widmen.

Und die Wirklichkeit unserer Tage sieht so aus, dass wir uns vorsichtshalber auf eine Verschlechterung der Lage einstellen sollten. Denn derzeit gibt es mehrere akute und reale Bedrohungen für Deutschland und Europa, darunter:

  • Eine Eskalation der Finanzkrise
  • Die massive Zunahme genmanipulierter Nahrung
  • Die fortschreitende Patentierung von Pflanzen und Tieren
  • Die schleichende Einrichtung einer EU-Diktatur

Das schreibe ich nicht, um mit dem uns Deutschen so lieb gewordenen Pessimismus vom Fernsehsofa aus eine neue Unter­gangs­stimmung zu schüren. Vielmehr möchte ich ankün­digen, dass sich die Beiträge dieses Blogs in nächster Zeit überwiegend mit jenen Gefahren auseinander setzen werden. Nicht zuletzt, um mit einer nüchternen Analyse unserer derzeitigen Entwicklungs­situation dem Ausbruch von kontraproduktiver Panik vorzubeugen und statt­dessen unkomplizierte und vernünftige Möglichkeiten zur Vorsorge aufzuzeigen. Aber weckt das nicht trotzdem Ängste? Das kann passieren. Ein gesundes Maß an Angst verlängert jedoch gewöhnlich das Leben. Weil sie uns umsichtig macht. Und weil sie uns nach dem suchen lässt, das wirklich Halt verspricht. Jenseits von Geld und Wohlstand, abseits von Einfluss und Ansehen, unabhängig von Schönheit und Gesundheit.

Zum Schluss noch ein Zitat von Erich Kästner:

"Wird's besser?
Wird's schlimmer?"
fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer
lebensgefährlich.

Autor: 2beers   
Thema:  Gesellschaft, Gott, Krise
Veröffentlicht: 28.03.2009, 23:06 Uhr

Samstag, 21.März 2009

Am Ende des Tunnels

Wer die Nase voll hat von Schreckensmeldungen, medialen Unkenrufen und düsteren Zukunftsprognosen, der erhält jetzt endlich einmal die Gelegenheit, sich an ungewöhnlich guten Nachrichten zu ergötzen. Und zwar in der Wochenzeitung "Die Zeit" vom 1. Mai 2010. Trotz des Datums handelt es sich bei den Artikeln jedoch nicht nur um Zukunftsmusik. Vielmehr möchten die Autoren aus dem attac-Netzwerk den Horizont der Möglichkeiten weiten und reelle Chancen auf eine gute politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den Blick rücken.

Autor: 2beers   
Veröffentlicht: 21.03.2009, 19:53 Uhr

von Otmar Schwalbe

Mandy besitzt eine Bar in Berlin-Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern beschließt sie, die Getränke der Stammkundschaft (hauptsächlich alkoholkranke Hartz-IV-Empfänger) auf den Deckel zu nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandys Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit auch massiv ihren Umsatz.

Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt Mandys Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung.

Zur Refinanzierung transformieren topp ausgebildete Investment­banker die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® und KOTZBOND®. Diese Papiere laufen unter der modernen Bezeichnung SPA (Super Prima Anleihen) und werden bei einer usbekischen Online-Versicherung per E-Mail abgesichert. Daraufhin werden sie von mehreren Rating-Agenturen (gegen lebenslanges Freibier in Mandys Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen. Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeuten oder was genau diese Papiere beinhalten aber dank steigender Kurse und hoher Renditen werden diese Konstrukte ein Renner für institutionelle Investoren.

Vorstände und Investmentspezialisten der Bank erhalten Boni im dreistelligen Millionenbereich. Eines Tages, obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk-Manager (der inzwischen wegen seiner negativen Grundeinstellung selbstverständlich entlassen wurde) fest, dass es an der Zeit sei, die ältesten Deckel von Mandys Kunden langsam fällig zu stellen. Überraschenderweise können weder die ersten noch die nächsten Hartz-IV-Empfänger ihre Schulden, von denen viele inzwischen ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen. Solange man auch nachforscht, es kommen so gut wie keine Tilgungen ins Haus. Mandy geht Konkurs. SUFFBOND® und ALKBOND® verlieren 95%, KOTZBOND® hält sich besser und stabilisiert sich bei einem Kurswert von 20%.

Die Lieferanten hatten Mandy extrem lange Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in die Super Prima Anleihen investiert. Der Wein- und Schnapslieferant gehen Konkurs, der Bierlieferant wird dank massiver staatlicher Zuschüsse von einer ausländischen Investorengruppe übernommen. Die Bank wird durch Steuergelder gerettet. Der Bankvorstand verzichtet für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den Bonus.

In diesem Sinne: Prost

Autor: Otmar Schwalbe   
Thema:  Krise, Wirtschaft
Veröffentlicht: 09.02.2009, 18:07 Uhr

Freitag, 23.Januar 2009

Was ist eine Bad Bank?

Seit Mitte 2007 befindet sich das Weltfinanzsystem in der Krise. Schuld daran ist das profitgierige, arrogante, kurzsichtige und offenkundlich halsbrecherische Geschäftsgebaren der Banken, die sich mit ihrem windigen Schuldenhandel am Rande der Legalität gründlich verzockt haben. Und nun ziehen die untergehenden Banken die gesamte Wirtschaft mit herunter, weil sie ihrer eigentlichen Aufgabe - nämlich Geld sicher zu verwahren und Kredite zu vergeben - nicht mehr nachkommen wollen und können.

In letzter Zeit hört man aber immer wieder von einem cleveren Vorschlag, wie man die Banken recht wirkungsvoll kurieren könnte. Z.B. Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, ist ein lautstarker Befürworter dieses Ansatzes. Dazu sollen von Staats wegen sogenannte "Bad Banks" (schlechte/faule Banken) eingerichtet werden.

Was heißt das im Klartext? Der Staat (das sind also wir) eröffnet eine Institution, die den Banken all jene Wertpapiere abkauft, die in etwa den Wert von Toilettenpapier besitzen. Statt sie aber auch zum Preis von Klopapier zu kaufen, bezahlt der Staat dafür - sagen wir - etwa 250 Milliarden Euro. Das sind reichlich 3000 Euro pro Einwohner bzw. gut 6200 Euro pro erwerbstätigem Einwohner Deutschlands. Da wir diese 250 Milliarden Euro leider gar nicht haben, borgen wir sie uns von eben jenen notleidenden Banken (Unwort des Jahres 2008). Für diesen Kredit zahlen wir den Banken bei einem sehr optimistisch geschätzten Zinssatz von 3,2 Prozent ganze 8 Milliarden Euro Zinsen pro Jahr. Das wird bis zur Abschaffung des Euro so bleiben, da wir nie irgendwelche Schulden zurück zahlen. Dafür ist nämlich gar kein Geld übrig. Nach 32 Jahren haben wir dann mit 256 Milliarden Euro schon mehr Zinsen gezahlt, als wir eigentlich Schulden bei den Banken haben. Die 250 Milliarden Euro schulden wir den Banken dann allerdings immer noch weitest gehend. Dafür dürfen wir nach ein paar Jahren versuchen, die Wertpapiere wieder zu veräußern - voraussichtlich zum Preis von wirklich luxuriösem Klopapier. Mit viel Glück tilgen wir mit dem Erlös einen kleinen Teil unserer Schulden bei den Banken. In der Zwischenzeit erzählen uns die mit unseren Steuergeldern sanierten Banken, dass wir unbedingt Geld in unserem viel zu großzügigen Sozialsystem sparen müssen, damit wir wenigstens die Zinsen auf den großen Rest unserer Schulden weiter abzweigen können.

Das klingt alles absurd, überspitzt, weit hergeholt oder viel zu sehr vereinfacht? Dummerweise ist es trotzdem die Wahrheit.

Autor: 2beers   
Thema:  Krise, Politik, Wirtschaft
Veröffentlicht: 23.01.2009, 15:19 Uhr

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